Ärzte-Appell: Jobmotor Gesundheitswesen stärken

Bonn (im). Die niedergelassenen Ärzte haben der rot-grünen Bundesregierung vorgeworfen, die wirtschaftliche Bedeutung des Gesundheitswesens und der dort Beschäftigten zu unterschätzen. Kanzler Schröder solle nicht nur auf Warnungen der Industrie vor Arbeitsplatzabbau reagieren, sondern vielmehr den Mittelstand, darunter die Arztpraxen, stärken.

"Die Gesundheitsbranche stellt mit rund 4,5 Millionen Beschäftigten den mit Abstand größten Arbeitgeber Deutschlands dar. Sie bietet also mehr Arbeitsplätze als jeder andere Industriezweig im Land. Jeder neunte Erwerbstätige ist im Gesundheitswesen tätig. Davon sind drei Viertel Frauen." Das hat Dr. Leonhard Hansen, zweiter Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), am 14. Juli in Berlin erklärt. "Drohen große Unternehmen mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze in Deutschland, tritt der Bundeskanzler auf den Plan, wie der so genannte Pharmagipfel bewiesen hat", sagte Hansen weiter (s. AZ Nr. 29/2004, S. 1). Dieses Engagement des Kanzlers wünschen sich die Mediziner auch für die Arztpraxen, die als Arbeitgeber in der Jobmaschine Gesundheitswesen fungieren.

Bedeutung stark unterschätzt

In den vergangenen Monaten sei das Gesundheitssystem eher einseitig als Kostenfaktor betrachtet und seine Bedeutung für Beschäftigung und Wirtschaftswachstum stark unterschätzt worden, kritisierte Hansen. Die Dienstleistungsgesellschaft wird seinen Worten zufolge entscheidend von der Gesundheitswirtschaft mitgetragen. Gesundheitspolitiker und Regierung dürften daher den Beschäftigungsmotor, der durch den Gesundheitssektor angetrieben werde, nicht bremsen. Vielmehr sollten sie dafür sorgen, dass die Attraktivität der Berufsbilder, die nach wie vor sehr begehrt seien, nicht verloren gehe. "Gerade weil diese Berufe auch in strukturschwächeren Gegenden begehrte Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsplätze darstellen, ist das Gesundheitswesen ein wichtiger Sektor für den Mittelstand", so der KBV-Vize.

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