Bundesverband der Deutschen Industrie: Innovationsfreundliche Rahmenbedingungen

Berlin (ks). Mehr Wettbewerb und weniger politisch-administrative Schranken im Gesundheitswesen sind für den Präsidenten des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) Michael Rogowski die Schlüssel zum Erfolg. Anlässlich einer Strategiedebatte der BDI-Initiative "Vitale Gesellschaft" zur Innovationspolitik am 29. Juni in Berlin begrüßte Rogowski das Engagement der Bundesregierung für die Forschungsförderung.

Doch damit höre die Innovationspolitik nicht auf: Sie umfasse ebenso innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für die forschende Industrie, so der BDI-Chef. Zudem müsse dafür gesorgt werden, dass die Forschungsergebnisse auch schnell und effizient umgesetzt würden. "Damit Deutschland zum Kompetenzzentrum für Gesundheit wird, müssen Innovationen im Gesundheitsbereich gewollt und honoriert werden", sagte Rogowski. Gelinge dies nicht, müsse man die Pharmaforschung künftig anderen Ländern überlassen und innovative Arzneimittel nur noch importieren. Die Tatsache, dass zwei Drittel der Krankheiten noch nicht geheilt werden können, sei eine enorme Herausforderung für Forscher, Mediziner und die Industrie. "Ohne Investitionen in die Forschung und ohne einen effektiven Patentschutz entstehen keine Innovationen, mit denen diese Herausforderungen gemeistert werden können", warnte Rogowski.

arf kritisierte er die neuen Festbetragsgruppen für patentgeschützte Arzneimittel - sie höhlten den Patentschutz in Deutschland aus. Der BDI-Präsident betonte weiterhin die Notwendigkeit von Wettbewerb im Gesundheitsbereich. Dreh- und Angelpunkt seien die Krankenkassen. Diese müssten sich vom reinen Patienten- und Budgetverwalter zu qualitativ hochwertigen Dienstleistern für ihre Kunden entwickeln. Aber auch Internetapotheken gehören für Rogowski zu mehr Wettbewerb - "auch wenn sie sich aus guten Gründen im Ausland angesiedelt haben".

Er sprach sich zudem für die Einführung eines Prämiensystems in der Krankenversicherung aus. Der Sozialausgleich müsse dabei über das Steuersystem erfolgen. Denn: "Die Bürgerversicherung wäre genau das Gegenteil von mehr Wettbewerb", so Rogowski. Die BDI-Initiative Vitale Gesellschaft wird vom BDI und von Unternehmen und Verbänden aus der Pharmabranche, der Medizintechnologie und der Lebensmittelproduktion getragen. Auch der Verband Forschender Arzneimittelhersteller engagiert sich in der Initiative. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen am Forschungs-, Pharma- und Biotechnologiestandort Deutschland zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite: www.vitalegesellschaft.de

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