Berichte

50 Jahre St. Albertus-Magnus-Apothekergilde

Vom 7. bis 9. November 2003 fand im Maternus-Haus in Köln eine Tagung der Mitglieder der St. Albertus-Magnus-Apothekergilde mit dem Thema "Die Herausforderung für die Apotheker in Vergangenheit und Zukunft" statt. Der Katholische Apothekerverein war in diesem Jahr 50 Jahre alt geworden.

Frau Maria Witte, Münster, gab einen Abriss der Geschichte der Gilde, vor allem über die stetigen Auseinandersetzungen mit den berufspolitischen, politischen und religiösen Problemen im Laufe der Zeit.

Unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges schlossen sich 1921 katholische Studentenverbände zur Pax Romana zusammen mit dem Ziel, sich für den Frieden in der Welt, für eine religiöse Erneuerung und geordnete Lebensführung einzusetzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte dieses Anliegen nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil. So erwuchs 1947 aus der bisherigen Studentenverbindung die Organisation der Katholischen Akademiker.

Auf dem internationalen Kongress der Pax Romana (1950 in Rom) schlossen sich die katholischen Apotheker Belgiens und Frankreichs zusammen. Dies war der Beginn der "Fédération Internationale des Pharmaciens catholiques" (FIPC).

Trotz aller Vorbehalte gegenüber Deutschland als Folge des Krieges wurden die deutschen Apotheker schon 1952 zum 2. Kongress der FIPC nach Spa, Belgien, zur Mitarbeit eingeladen und fanden herzliche Aufnahme. Bei der folgenden Tagung der Pax Romana (1953 in Bonn) haben sich die anwesenden deutschen Apotheker analog der St. Lukas-Ärztegilde zur St. Albertus-Magnus-Apothekergilde zusammengeschlossen. Diese ist Mitglied der FIPC.

Christus als Leitbild

Dr. Dieter Fuxius, Köln, hielt einen Vortrag über die Herausforderungen für die Apotheker. Nach 1945 setzte eine "Entzauberung" des Arzneimittels ein. Die Zeit, in welcher die Apotheke "Heilmittel" abgab, war vorbei. Der soziale Aspekt des Apothekerberufes konnte nicht nach außen deutlich gemacht werden, das Arzneimittel wurde zur Ware.

Für die Rückgewinnung der sozialen Dimension des Arzneimittels reichen Anthroposophie, Biochemie, Homöopathie und Phytotherapie sowie das Anpassen von Stützstrümpfen nicht aus. Was soll der Apotheker angesichts dieser Situation tun? Die neuen Medien, z. B. Internet, bieten kein Wissen, sondern nur Information.

Es muss uns gelingen, aus diesen Informationsmengen, die das Wissen verschließen, das für unsere Patienten Wichtige herauszufiltrieren. Mehr als bisher heißt das, sich um den Menschen zu kümmern, ihm zu helfen. Dabei kann uns das Bild von Christus, dem Apotheker, der ein Heilmittel reicht, unser Leitbild sein, so Fuxius.

Über "Albertus Magnus und die Naturwissenschaften" referierte Pater Dr. Willehad Paul Eckert OP, Düsseldorf. Albertus hatte ein sehr bewegtes und interessantes Leben. Kennzeichnend für ihn war eine bereits in der frühen Jugend ausgeprägte Neugier beim Beobachten der Natur.

Er beschrieb den Gesang der Nachtigall und korrigierte und erweiterte dabei die Ansichten des Plinius. Albertus war kreativ und kritisch. Er verfasste Bücher zu Problemen der Geographie, Astronomie, Botanik, Zoologie, Psychologie, Mineralogie u. a. und ist ein Vorbild für Naturwissenschaftler.

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