Prisma

Wundbehandlung: Madentherapie ohne Ekelfaktor

Maden sind ein bewährtes Mittel zur Behandlung von infizierten schlecht heilenden Wunden. Viele Patienten empfinden die lebendige Wundauflage aber als eklig und lehnen sie ab. Eine Madentherapie ohne Ekelfaktor wollen daher nun britische Wissenschaftler entwickeln.

Das Prinzip der Madentherapie beruht darauf, dass die Made in der Wunde ein spezielles Speichelsekret absondert, das eine Reihe proteolytischer Enzyme enthält, die nekrotisches Gewebe angreifen. Entdeckt und genutzt wurde die Madentherapie bereits in den 30er-Jahren.

Aufgrund des Widerstands vieler Patienten gegen die Behandlung und mit zunehmender Verbreitung von Antibiotika geriet sie jedoch lange Zeit mehr oder weniger in Vergessenheit. Nun erlebt sie im Zuge der immer problematischer werdenden Antibiotikaresistenz eine Renaissance. Um ihre Akzeptanz zu erhöhen, wollen Forscher der University of Exeter nun den Ekelfaktor der Therapie beseitigen.

Gemeinsam mit dem Bio-Tech-Unternehmen BioElf arbeiten sie an einem Produkt, das aus dem Speichelsekret der Maden besteht. Dieses soll gefriergetrocknet in Form eines Pulvers zum Aufstreuen auf Wunden bereitstehen. Die Maden selbst wären dann für die Wundbehandlung nicht mehr notwendig. ral

Quelle: http://news.bbc.co.uk, Meldung vom 1. 12. 2003

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