Arzneimittel und Therapie

Gebärmutterhalskrebsvorsorge: Mit der Dünnschichtzytologie Krebsvorstufen erke

Durch eine bundesweite Kampagne will die Aktion "tu-etwas gegen Gebärmutterhalskrebs" die Teilnahmerate am Früherkennungsprogramm erhöhen und somit die Zahl der Neuerkrankungen verringern. Zusätzliche Sicherheit bietet ein neues Untersuchungsverfahren, die Dünnschichtzytologie. Der ThinPrep® Pap Test, eine Weiterentwicklung des herkömmlichen Abstrichverfahrens, soll fehlerhafte Interpretationen minimieren und eine eindeutigere Diagnose zulassen, wie aus einer Pressemitteilung der Cytyc Deutschland GmbH hervorgeht.

Ab dem 20. Lebensjahr sollten alle Frauen ihr Recht in Anspruch nehmen und sich einmal jährlich einer Untersuchung zur Krebsfrüherkennung unterziehen. Dabei entnimmt der Gynäkologe einen Zellabstrich und lässt ihn im Labor auf Veränderungen untersuchen.

Diese Untersuchung wird im Rahmen des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms in Deutschland für jede Frau über 18 Jahre einmal jährlich von den Krankenkassen übernommen. Dennoch erkranken in Deutschland jährlich etwa 7000

Frauen an einem Zervixkarzinom. Über 2000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Im europäischen Vergleich liegt die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland damit relativ hoch. Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nehmen nur maximal 50% der Frauen an dem Früherkennungsprogramm teil.

Früherkennungsuntersuchung und der ThinPrep® Pap Test

Seit 1971 wird in Deutschland eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung von den Frauenärzten durchgeführt und von den Krankenkassen finanziert. Seitdem kam es zu einem Rückgang der Todesfälle infolge von Gebärmutterhalskrebs um bis zu 70%. Die Häufigkeit von fortgeschrittenen, gefährlichen Krebsstadien hat sich zugunsten von Vorstufen und heilbaren Frühstadien verschoben.

Bei der Früherkennungsuntersuchung wird während der gynäkologischen Untersuchung ein Teil des Gebärmutterhalses zunächst inspiziert und abgetastet. Anschließend wird ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals entnommen. Die Zellen werden dabei oberflächlich abgetragen und bleiben am Entnahmeinstrument hängen.

Die entnommenen Zellen werden auf einen Objektträger aufgebracht, im Labor präpariert und gefärbt und anschließend unter dem Mikroskop begutachtet. Diese Abstrichtechnik und die Spezialfärbung sind nach ihrem Erfinder, dem griechischen Arzt Dr. Papanicolaou (kurz: Pap), benannt.

Bei der zytologischen Untersuchung ist es möglich, Zellveränderungen zu erkennen, die auf eine Entzündung oder Entartung hinweisen. Die Einteilung und Bewertung des Ergebnisses dieser zytologischen Untersuchung erfolgt nach einem Schema von Pap I (normaler Befund) bis Pap V (eindeutig bösartige Zellen). Somit lassen sich durch die Früherkennungsuntersuchung Hinweise auf bösartige Veränderungen bereits sehr früh, d. h. schon im Krebsvorstadium, erkennen.

Eine Weiterentwicklung des konventionellen Pap-Tests ist der so genannte ThinPrep® Pap Test. Dabei werden die Zellen mit einem weichen Bürstchen zunächst genauso entnommen wie beim konventionellen Pap-Test. Anschließend werden die Zellen jedoch nicht auf einen Objektträger aufgetragen, sondern in einen Plastikbehälter mit einer Konservierungslösung gespült.

Dadurch werden nahezu alle Zellen vom Entnahmeinstrument gelöst und bleiben für die Untersuchung erhalten. Die konservierte Probe wird an ein Speziallabor geschickt und dort in mehreren technischen Prozessen weiter aufbereitet: In einem Filtrierungs- und Reinigungsprozess werden Verunreinigungen, wie Blut, Schleim und Entzündungszellen, herausgewaschen.

Anschließend werden die Zellen in einer dünnen Schicht auf dem Objektträger gleichmäßig verteilt. Man spricht deshalb auch von Dünnschichtzytologie oder flüssigkeitsbasierter Zytologie. Bei diesem Verfahren ergibt sich ein für den Untersucher gut zu beurteilendes Abstrichpräparat.

Krankenkassen übernehmen bisher keine Kosten

In mehreren Ländern wurde der ThinPrep® Pap Test mittlerweile in das Standardprogramm zur Früherkennung aufgenommen. So wurde die Dünnschichtzytologie in den USA bereits Mitte der 1990er-Jahre eingeführt. Schottland wird ab Januar 2004 komplett den konventionellen Pap-Test durch den ThinPrep® Pap Test ersetzen.

Auch England stellt das Vorsorgeprogramm ab Januar 2004 auf flüssigkeitsbasierte Zytologie um. In Deutschland ist der Test noch nicht Bestandteil der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchung. Daher werden die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht übernommen, sondern es handelt sich um eine so genannte individuelle Gesundheitsleistung (IGEL), die nur von den privaten Kassen ersetzt wird. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen nur den herkömmlichen Test. ck

Durch eine bundesweite Kampagne will die Aktion "tu-etwas gegen Gebärmutterhalskrebs" die Teilnahmerate am Früherkennungsprogramm erhöhen und somit die Zahl der Neuerkrankungen verringern. Zusätzliche Sicherheit bietet ein neues Untersuchungsverfahren, die Dünnschichtzytologie. Der ThinPrep® Pap Test, eine Weiterentwicklung des herkömm- lichen Abstrichverfahrens, soll fehlerhafte Interpretationen minimieren und eine eindeutigere Diagnose zulassen.

Ab November 2003 startet in Deutschland die Aktion "tu-etwas gegen Gebärmutterhalskrebs". Sie richtet sich direkt an Frauen, die bislang nicht ausreichend bei ihren Gynäkologen am Krebsfrüherkennungsprogramm teilnahmen. Am 15. November 2003 verteilt ein Team von ca. 50 jungen Frauen in München, Hamburg, Berlin, Frankfurt und Köln Informationsflyer zu diesem Thema. Über die Internetseite www.tu-etwas.de kann dann eine Informationsbroschüre abgerufen werden.

Zusätzlich wird die Aktion über die Info-Hotline 0 89-38 01 79 49 umfassend betreut. Die Aktion "tu-etwas gegen Gebärmutterhalskrebs" ist eine Initiative der Firma Cytyc Deutschland GmbH. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Produkten spezialisiert, die zu einer verbesserten Früherkennung von Krankheiten führen.

Regelmäßige Vorsorge ist wichtig Der Gebärmutterhalskrebs ist bei Frauen der vierthäufigste bösartige Tumor und nach dem Brustkrebs weltweit die zweithäufigste tumorbedingte Todesursache. Wesentlich häufiger als das Karzinom selbst sind Krebsvorstufen, die oft bereits zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr auftreten.

Bei einem Teil der Krebsvorstufen bilden sich die Veränderungen von selbst wieder zurück. Je nach Grad der Veränderung gehen jedoch ohne Behandlung zwischen 15% und 70% der Vorstufen – mit einer Verzögerung von 10 Jahren und länger – in ein Karzinom über.

Entscheidend für das therapeutische Vorgehen und die Heilungsaussichten ist das Stadium der Erkrankung bei der Diagnosestellung. Solange bei der Abstrichuntersuchung nur eine Krebsvorstufe diagnostiziert wird, genügt zur Behandlung in der Regel ein kleiner Eingriff, bei dem das befallene Gewebe kegelförmig aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten oder mit einem Laser entfernt wird.

Dabei bleibt die Funktion der Gebärmutter erhalten. Wenn die Krebsvorstufe jedoch bereits überschritten ist, d. h. ein eindeutig bösartiger Tumor vorliegt, sind je nach Ausdehnung der Erkrankung zur Behandlung umfangreichere Maßnahmen erforderlich, wie die operative Entfernung des betroffenen und umgebenden Gewebes sowie Bestrahlung mit oder ohne Chemotherapie.

Die Heilungschancen hängen dann im Wesentlichen vom Stadium der Erkrankung und der Vollständigkeit der Operation ab. Je früher das Stadium, in dem der Tumor erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf eine dauerhafte Heilung.

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