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Es gibt nichts Gutes, "außer man tut es" (Meinung)

Gratulation! Als Verleger hat Rolf Becker mit dem Wort & Bild Verlag eigentlich alles erreicht. Doch jetzt hat er es auch noch geschafft, sich als glaubwürdiger Anwalt derer zu etablieren, die sich um die Menschen kümmern, für die das deutsche Gesundheitssystem keine sozialen Netze mehr aufspannt bzw. aufspannen kann.

Dass ausgerechnet die Verantwortliche für diese Entwicklung, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, bei der feierlichen Preisübergabe von "Rufzeichen Gesundheit 2003" eingestehen musste: "Ohne ehrenamtliches soziales Engagement geht heute in der Gesundheitspolitik gar nichts mehr", zeigt: Die Politik braucht Unterstützung.

Ist uns Apothekern diese Situation eigentlich schon bekannt? Herrn Klaus Mallach, Post-Apotheke Buckow in Berlin, scheinbar nicht (siehe Leserbrief PZ 44/2003, Seite 60). Natürlich kann man als Apotheker mit der Politik von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt nicht zufrieden sein. Doch wen außer uns Apothekern interessieren denn die anstehenden Veränderungen in der Apothekenlandschaft wirklich?

Sind unsere eigenen Strategien hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit nicht fehlgeschlagen? Haben unsere eigenen Kampagnen z. B. gegen den Versandhandel den gewünschten Erfolg gebracht? Wohl nicht. Was nun, Kollege Mallach? Sich zurückziehen, durch Abwesenheit glänzen und "in der Ecke schmollen"? Müssen wir nicht gerade jetzt weiter versuchen mit der Politik in Kontakt zu bleiben?

Der Wort & Bild Verlag hat erkannt: Als Fürsprecher von Patienten, welche von der Gesellschaft benachteiligt werden, kann erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit (auch im eigenen Interesse) betrieben werden. Sollten bei der Öffentlichkeitsarbeit der Apotheker eigene Interessen nicht besser im Hintergrund stehen und viel mehr die Unterstützung der sozial Schwachen bzw. derer, die sich für diese einsetzen, im Vordergrund?

Könnte man es so nicht schaffen, mit der Politik im Gespräch zu bleiben und bei gesellschaftlichen Entscheidungsträgern an Einfluss zu gewinnen? Könnte solch eine Strategie nicht auch langfristiger und nachhaltiger wirken gegen Berichterstattungen wie von Jürgen Steinhoff im Stern Nr. 46?

"Rufzeichen Gesundheit 2003" ist vergeben, 2004 noch nicht. Die deutschen Apotheker traten bisher weder als Preisträger, noch als Preisstifter in Erscheinung. Warum eigentlich? Unternehmerischer Erfolg gepaart mit sozialem Engagement zieht die Medien und jeden Politiker magisch an.

Keine andere Apotheken-Kundenzeitschrift konnte jemals den Erfolg der "Apotheken Umschau" kopieren. Doch sollte diese Tatsache niemanden davon abhalten, gute Ideen aus Baierbrunn zu kopieren. Besonders wenn diese so einfach sind: "Tue Gutes und rede darüber!"

Hermann Vogel jr.

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