Prisma

Psychotherapie: Kaum erfolgreich bei Phobien

Die Heilungserfolge physischer Erkrankungen sind mithilfe klinischer Studien relativ gut festzustellen. Psychotherapeutische Methoden sind deutlich schwerer auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Einen aktuellen Ansatz hat Prof. Dr. Aloys Prinz vom Institut für Finanzwissenschaft der Universität Münster angewandt, um die Effizienz von Psychotherapien bei Angsterkrankungen zu untersuchen. Sein Fazit: Es sind kaum Erfolge zu erwarten.

Prinz interessierte nicht das medizinische Detail, das im einen Fall zur Heilung, im anderen zur Fortdauer der Krankheit führt, sondern die gesundheitsökonomischen Folgerungen, die sich aus den verschiedenen Psychotherapien ergeben.

Er wertete dazu Daten zu Therapie, Verweildauer und Rückfallquote aus, die im Rahmen einer Multicenterstudie mit acht Kliniken und einigen Hundert Patienten erhoben worden waren. Für das Behandlungsergebnis wurde der Gesundheitszustand unmittelbar nach der Behandlung sowie ein Jahr später als Maßstab genommen.

Ergebnis: Während sich unmittelbar nach der Behandlung die Unterschiede zwischen Behandlungsmethoden und Kliniken in Grenzen hielten, ergab sich ein Jahr später ein völlig anderes Bild: "Nicht gerade wenigen Patienten ging es nach zwölf Monaten schlechter als vor der Therapie", so Prinz.

Auch wenn dieses Ergebnis aus methodischen Gründen mit großer Vorsicht zu interpretieren sei, so vermutet Prinz doch einen relativ engen Zusammenhang zwischen Behandlungsmethode und Heilungserfolg. "Viele Kliniken arbeiten schulorientiert und bieten jeweils die selben Therapien für unterschiedliche Ausprägungen der Erkrankungen an. Die Kliniken sollten voneinander lernen und die Methoden sowie ihre Anwendung im Detail dementsprechend anpassen", fordert der Ökonom.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Münster

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.