Prisma

Aging-Male-Syndrom: Kein Marketing-Gag

Seit einigen Jahren ist neben der Menopause bei der Frau auch der Begriff der "Wechseljahre" beim Mann bekannt. Kritiker wie zuletzt Jörg Blech, Autor des Werks "Erfundene Krankheiten. Wie die Medizin Gesunde für krank verkauft", sprechen davon, dass es sich dabei nur um einen Marketing-Gag handelt, um Hormone für Männer verkaufen zu können. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie nimmt dazu wie folgt Stellung:

Das so genannte "Aging-Male-Syndrom" steht im Zusammenhang mit dem im Alter sinkenden Testesteronspiegel. Dabei wird ein abgesenkter Testosteronwert mit Änderungen der Befindlichkeit wie allgemeine Müdigkeit, Erektions- und Orgasmusstörungen assoziert.

Seitens der Pharmaindustrie und Teilen der Ärzteschaft wird eine Vermarktung von Testosteron-Präparaten als Präventionsmittel gegen die männliche Midlife-Crisis propagiert. Unterschiedliche Studien zeigen jedoch, dass diese aufgeführten Symptome dem zunehmenden Alter und nicht dem sinkenden Testosteronspiegel zuzuschreiben sind.

Allerdings gibt es Männer, bei denen ein Hormonmangel mit einer entsprechenden Symptomatik diagnostiziert wird. Bei ihnen, so die Deutsche Gesellschaft für Urologie, trifft der Begriff "Aging-Male-Syndrom" zu. Das "Aging-Male-Syndrom" ist somit weder eine erfundene Krankheit noch ein reiner Marketing-Gag. Es ist ein Krankheitsbild, unter dem alternde Männer leiden – aber nicht automatisch alle Männer im Alter.

Der naturgemäß sinkende Testosteronspiegel ist nicht die pauschale Ursache aller Symptome und muss auch nicht immer von Symptomen, unter denen der Patient leidet, begleitet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert daher zu einem vernünftigen und wissenschaftlich fundierten Umgang mit dem Reizthema "Aging-Male-Syndrom" auf. dgu

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie

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