BVA-Info

Blick nach vorn (Kommentar)

Die Karten liegen auf dem Tisch, in Kürze wird der Entwurf Gesetz. Alle wissen, was auf sie zukommen wird. In dieser Zeit der Unsicherheit hilft Jammern nicht weiter, nun ist der Blick nach vorn gefordert, die offensive Umsetzung dessen, was sich die Politik ausgedacht hat, ob es uns gefällt oder nicht.

Ob das Schlimmste verhindert worden ist oder nicht, interessiert jetzt nicht mehr. Obwohl – wie hätte es aus Sicht der ABDA denn noch schlimmer werden können? Der Versandhandel kommt, der Mehrbesitz kommt (o.k., er ist nicht komplett freigegeben – ist das aber ein Verdienst der ABDA, oder spielt da die große Politik auch eine Rolle?), das Honorarmodell ist auch nicht ganz so, wie es sein sollte ...

Die Taktik der ABDA, auf die Macht der Opposition zu setzen, ist gescheitert. Schöne Worte, die Herr Seehofer und Herr Thomae dort auf dem außerordentlichen Apothekertag in Berlin von sich gaben. Dumm nur, dass die FDP zwischendurch das sinkende Schiff verließ, dumm nur, dass Seehofer doch nicht die Macht (oder das Interesse hatte), Mehrbesitz und Versandhandel zu verhindern.

Und jetzt? Alle Kräfte der ABDA sind dabei, per Feintuning noch einzelne Gesetzesbestandteile zu verhindern – eine wichtige Aufgabe, die Wortwahl im Gesetzestext ist entscheidend, und einzelne Begriffe haben eine erhebliche Tragweite. Aber das kann doch nicht alles sein?

Wo bleibt der konsequente Blick nach vorn? Welche Konzepte gibt es, den jetzt vor uns liegenden Aufgaben zu begegnen? Wo ist der fulminante Presseauftritt, um die Apotheker jetzt im Markt zu positionieren? Jetzt werden die Weichen für die nächsten Jahre gestellt, wer anfängt, sich zu bewegen, wenn alle anderen schon fertig sind, hat längst verloren!

Da stand doch vor ein paar Tagen in der Zeitung, dass DocMorris sich jetzt auf den Weg nach Deutschland macht, um ab Januar vom heimischen Boden aus zu liefern. Wie begegnen wir diesem? Wo sind die ABDA-Modelle? Jetzt Plan B aus der Schublade ziehen! Wie, es gibt keinen Plan B für den GAU? Das Vertrauen in Seehofers schöne Worte war zu groß? Au weia ...

Nur einen Dachverband fürs Hausapothekenmodell zu gründen, ist viel zu wenig und dauert viel zu lange. An dieser Stelle ist offensives Vorgehen gefordert. Warum nicht selbst Logistikzentren gründen? Nach dem Motto: Wir finden dies Gesetz nicht gut, aber die Politik will es so.

Also machen wir Apotheker das, weil wir die Arzneimittelfachleute in Deutschland sind und das am besten können. Sie können bei uns bestellen: Über die apothekereigene Website, ausgeliefert über unsere Logistikzentren (Logistik, das können wir!) oder über die Apotheke Ihres Vertrauens – Arzneimittel, nur mit uns! Uns liegt die Sicherheit der Patienten am Herzen.

Aber ach, an dieser Stelle rächen sich verschenkte Jahre und Jahrzehnte – der Apotheker hat in der Öffentlichkeit nicht den Status eines Arzneimittelfachmannes, sondern noch immer den eines raffgierigen Schubladenziehers, und trotz vieler Gelder und Imagekampagnen ist es der ABDA nicht gelungen, dieses Bild zu korrigieren.

Wer glaubt uns, dass uns die Sicherheit der Patienten wichtiger ist als der apothekerliche Geldbeutel? Hier muss viel nachgeholt werden, weitere Chancen, sich als Arzneimittelfachleute zu profilieren, dürfen nicht vertan werden!

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