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Universität Bielefeld: Erster bundesweiter Studiengang zum Doctor of Public Hea

BIELEFELD (ub/diz). Im kommenden Wintersemester startet die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld den ersten bundesweiten Studiengang, der mit der Promotion zum "Doctor of Public Health (DrPH)" nach internationalem Vorbild abschließt.

Im Unterschied zu den bisherigen Promotionsstudien, die im Wesentlichen auf dem persönlichen Kontakt zwischen dem Promovenden und einem Doktorvater oder einer Doktormutter beruhen, wird mit dem neuen Studiengang die Betreuung der Dissertation auf eine feste und verbindliche Basis gestellt.

"Wir wollen auf diese Weise jedem Kandidaten und jeder Kandidatin garantieren, dass die Dissertation innerhalb von drei Jahren auch wirklich abgeschlossen ist. Außerdem bieten wir durch die Betreuung in kleinen Gruppen ständige Anregungen und Anreize, auch neben einer Berufstätigkeit die Schreibarbeiten an der Dissertation fortzuführen" erklärt der Dekan der Fakultät, Professor Klaus Hurrelmann.

Vorstufen: Bachelor und Master

Der Promotionsstudiengang, der vom Wissenschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen in aller Form gebilligt wurde, stellt die dritte Stufe des Ausbildungsprogramms der Fakultät dar. Die erste Stufe wird durch den bundesweit bisher ebenfalls einmaligen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Science in Health Communication (BHC) gebildet, die zweite Stufe durch den sich anschließenden Studiengang mit dem Abschluss Master of Public Health (MPH).

Wer erfolgreich diese beiden Stufen durchlaufen hat, kann einen Antrag auf Zulassung zum Promotionsstudiengang stellen. "Natürlich nehmen wir auch Kandidatinnen und Kandidaten von anderen gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen und aus anderen Ländern auf," erklärt Dekan Hurrelmann.

Für den Bachelor-Studiengang, der seit zwei Jahren läuft, bewerben sich um die 75 zur Verfügung stehenden Plätze jeweils 300 Abiturientinnen und Abiturienten. In den Masterstudiengang kommen nur Studierende, die eine spezielle Eignungsprüfung durchlaufen haben, so eine Pressemitteilung der Universität Bielefeld.

Bisher haben diesen Studiengang 380 Absolventen und Absolventinnen mit Erfolg abgeschlossen. In den Promotionsstudiengang werden sie nur aufgenommen, wenn sie mit einem Professor oder einer Professorin der Fakultät für Gesundheitswissenschaften eine Kooperationsvereinbarung geschlossen und eine ausführliche Konzeption für ihre Dissertation schon vorab erstellt haben.

Mehrtägige Promotionsseminare

Die Begleitung der angehenden Promovendinnen und Promovenden erfolgt durch sechs mehrtägige Promotionsseminare, die über das ganze Jahr verteilt sind. Alle für den Studiengang Eingeschriebenen müssen sich aktiv an diesen Seminaren beteiligen, entweder durch "Qualifying Papers", die Teile der geplanten Dissertation präsentieren und von allen Teilnehmern diskutiert werden, oder durch Referate und Gruppenleitungen.

"Wir streben einen intensiven Arbeitscharakter der Promotionsseminare an. In der Schlussphase der Dissertation bilden wir regelrechte Schreibwerkstätten", erklärt Hurrelmann.

"Die angehenden Promovendinnen und Promovenden müssen zu jeder Seminarsitzung auch nachweisen, dass sie mit den Literaturarbeiten und Erhebungen für ihre Dissertation vorangekommen sind. Damit möchten wir die Unverbindlichkeit und Beliebigkeit, die heute noch bei vielen Promotionsbetreuungen typisch sind, überwinden".

Bessere Berufschancen

Schon bisher konnte man an der Bielefelder Fakultät für Gesundheitswissenschaften promovieren, und zwar nach dem traditionellen deutschen System. Bereits 67 Doktorarbeiten wurden an der Fakultät erfolgreich abgeschlossen. Die beruflichen Möglichkeiten der Absolventinnen und Absolventen haben sich nach Beobachtungen der Fakultätsmitglieder durch den Doktortitel erheblich verbessert.

"Eine große Zahl unserer fertigen Promovenden und Promovendinnen konnte Managementpositionen in kommerziellen Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäusern, Beratungsfirmen, Krankenkassen und Gesundheitsämtern übernehmen. Wegen des schnellen Ausbaus von gesundheits- und pflegewissenschaftlichen Studiengängen an Fachhochschulen sind etwa ein Fünftel dort als Professorinnen und Professoren untergekommen.

Diese Entwicklung zeigt: Der international übliche Titel Doctor of Public Health zahlt sich voll aus", so Dekan Professor Hurrelmann.

Bewerbungsschluss für den neuen Promotionsstudiengang ist der 15. September 2003. Bewerbungen sind an das Dekanat der Fakultät zu richten.

Adresse: Dekanat / Promotionsausschuss, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld, Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld. Weitere Informationen unter: www.uni-bielefeld.de/gesundhw/index.html