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Glaukom: Vorsicht bei engen Krawatten

Männer, die ihre Krawatten zu eng binden, riskieren die Entstehung eines Glaukoms. Das berichteten britische Wissenschaftler vor kurzem im "British Journal of Ophthalmology". Durch die enge Bindung werde die Jugularvene zusammengedrückt und es entstehe ein Blutstau, der den Druck auf den Sehnerv erhöht.

"Patienten mit erhöhtem Augendruck sollen danach gefragt werden, ob sie möglicherweise ihre Krawatte zu eng binden", sagt der Augenarzt Robert Ritch vom New Yorker Eye and Ear Infirmary, der die Studie leitete. Gefährdet sind seiner Ansicht nach vor allem Patienten, die ohnehin an erhöhtem Augendruck leiden. Der Wissenschaftler schließt aber nicht aus, dass längerfristig auch gesunde Menschen davon betroffen sein können: "Es ist nach heutigem Stand der Dinge nicht einschätzbar, was tatsächlich passiert, aber es gibt gewiss Folgen, wenn jemand drei Jahre lang mit zu eng gebundener Krawatte bekleidet ist."

Keith Barton vom Moorfields Eye Hospital in London sieht allerdings keinen Grund, auf Krawatten gänzlich zu verzichten. "Krawatten verursachen bei den meisten Menschen keine Glaukome", so der Augenarzt. Barton räumt aber ein, dass jeglicher Außendruck auf Blutgefäße, der über längeren Zeitraum erfolgt, durchaus negative Wirkungen entfalten kann. Vom Glaukom sind zwei Prozent aller über 40-Jährigen betroffen. Bis heute lässt sich nicht genau sagen, warum jemand an einem Glaukom erkrankt – die Ausschaltung möglicher Risikofaktoren wie zu eng gebundene Krawatten kann also auf keinen Fall schaden. ral

Quelle: British Journal of Ophthalmology 87, 946 (2003)

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