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Arzneimittelversandhandel: DocMorris will seinen Umsatz verdoppeln

BERLIN (ks). Der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wird im nächsten Jahr nicht mehr zu stoppen sein. Regierung und Opposition verständigten sich darauf, diese neue Vertriebsform ab 2004 zuzulassen. Ralf Däinghaus, "Gründer" der holländischen Internet-Apotheke DocMorris, will "loslegen, wenn die gesetzliche Grundlage da ist". Auch der größte Versand-Fan unter den Krankenkassen-Chefs, der Vorstandsvorsitzende der Gmünder Ersatzkasse Dieter Hebel, schmiedet bereits Pläne für die kommenden Zeiten.

Die Union hatte lange behauptet gegen den Arzneimittel-Versandhandel kämpfen zu wollen – nun gab sie in den Gesundheits-Konsensgesprächen mit der Regierung nach. Die Vorgaben an das noch zu schaffende Gesetz sind bislang schwammig: Verbraucherschutz und Arzneimittelsicherheit sollen gesichert bleiben, faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Versand- und öffentlichen Apotheken geschaffen werden.

Derweil rüsten sich die Versandhandelsbefürworter: Schon seit Monaten führt Däinghaus Gespräche über mögliche Kooperationen mit einzelnen Apotheken in Deutschland, meldete die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS vom 20. Juli). Dabei habe er einen "extrem positiven Wandel in deren Haltung" zu DocMorris festgestellt. Mit "etlichen" habe er sich zumindest schon per Handschlag geeinigt.

Rund 100 Apotheker sollen bereits mit Däinghaus verabredet haben, künftig bei ihm zu bestellen – er garantiert ihnen dafür Gebietsschutz. Der DocMorris-Gründer prophezeit, dass sich die Apotheker in zwei Lager spalten werden: Die einen werden sich mit den Großhändlern verbünden, die anderen mit den Versandhändlern. "Und diejenigen, die nichts machen, die werden verschwinden", zitiert die FAS Däinghaus.

Auch einen Standort in Deutschland will Däinghaus der holländischen Internetapotheke sichern – Grundstücke sichtet er bereits seit einiger Zeit. Sein Optimismus ist groß, er träumt von doppelten Umsatzzahlen und acht Prozent des deutschen Apothekenumsatzes für sein Unternehmen.

Die FAS berichtet zudem, dass Däinghaus gegen fünf Apothekerverbände eine einstweilige Verfügung erwirkt haben soll. Danach soll es den Verbänden nicht mehr erlaubt sein, zu behaupten, DocMorris sei nur deshalb billig, weil die Firma ihre Steuern nicht in Deutschland abführe.

Kassen-Chef Hebel plant der FAS zufolge, den Medikamenten-Einkauf für seine Versicherten künftig selbst zu managen. Es seien bereits diskrete Gespräche mit Apotheken geführt worden, die sich etwa auf die Beschaffung von Diabetesmedikamenten konzentrieren könnten. "Klar ist, der normale Apotheker büßt eine Marge ein", zitiert das Blatt Hebel.

Der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln wird im nächsten Jahr nicht mehr zu stoppen sein. Regierung und Opposition verständigten sich darauf, diese neue Vertriebsform ab 2004 zuzulassen. Ralf Däinghaus, "Gründer" der holländischen Internet-Apotheke DocMorris, will "loslegen, wenn die gesetzliche Grundlage da ist". Auch der größte Versand-Fan unter den Krankenkassen-Chefs, der Vorstandsvorsitzende der Gmünder Ersatzkasse Dieter Hebel, schmiedet bereits Pläne für die kommenden Zeiten.

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