Prisma

Brustkrebs: COX-2 als Prognosefaktor identifiziert

Für die rund 47 000 Frauen, die in Deutschland jährlich an Brustkrebs erkranken, gehört zu den wichtigsten Fragen die nach der Prognose. Einen neuen, eigenständigen Marker hierfür hat jetzt Dr. Carsten Denkert mit seiner Arbeitsgruppe am "Institut für Pathologie" in Zusammenarbeit mit dem Brustzentrum der Charité identifiziert Ų COX-2.

Die Cyclooxygenase 2 (COX-2) ist kein unbeschriebenes Blatt, allerdings ist sie den meisten eher im Zusammenhang mit rheumatoider Arthritis oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen bekannt. Daneben spielt sie aber auch bei Krebserkrankungen eine Rolle, ist unter anderem an der Gefäßbildung von Tumoren beteiligt.

Wie die Berliner Wissenschaftler nun zeigen konnten, gibt die Konzentration an COX-2 im Tumorgewebe zudem starke Hinweise auf den Grad der Bösartigkeit und damit auf die symptomfreie Zeitspanne bzw. die Gesamtüberlebenszeit. Je stärker COX-2 im Tumor angereichert ist, desto ungünstiger wird die Prognose. In gesundem Brustgewebe wird COX-2 nicht gebildet. Neben ihrer Bedeutung als Prognosefaktor ist die Cyclooxygenase 2 aufgrund dieses Zusammenhangs möglicherweise auch interessant für Prävention oder gar Therapie von Brustkrebs.

So wäre es denkbar, dass die Einnahme von COX-2-Hemmern vorbeugend gegen Brustkrebs wirkt. Ergebnisse einer amerikanischen Studie sprechen bereits dafür: In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass sich bei Frauen, die regelmäßig nichtsteroidale Analgetika einnahmen, das Risiko für Brustkrebs deutlich verringerte. Ob sich manifester Brustkrebs mit COX-2-Hemmern zurückdrängen lässt, ist noch offen, wird aber derzeit schon in klinischen Studien überprüft. ssch

Quelle: Pressemitteilung der Charité

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