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Gesundheitsinformationen im Internet: Mehr Sicherheit durch mehr Qualität

BERLIN (sw). Das Internet ist für Ärzte, Apotheker, viele Institutionen des Gesundheitswesens und auch Verbraucher/Patienten ein immer mehr genutztes Informationsmedium geworden. Mit der Qualität der Informationen befasste sich der 1. Kongress des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem (afgis) in Berlin am 24./25. Juni.

Die Selbstverantwortung der Bürger, der Patienten wird immer stärker gefordert und auch gewünscht. Der mündige, aufgeklärte, kritische Patient ist für den Arzt Herausforderung und Partner zugleich. Wichtigstes Element der Arzt-Patient-Beziehung bleibt das vertrauensvolle Beratungsgespräch, das durch kein Medium ersetzt werden kann. Information kann aber eine gute Ergänzung sein, eine aktive Partnerschaft erhöht die Compliance. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Informationen möglichst objektiv und qualitätsgesichert sind.

Nach einiger Vorbereitung wurde 1999 auf Initiative des damaligen Bundesministeriums der Gesundheit das Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (afgis) gegründet, um Qualitätskriterien für Gesundheitsinformationen im Internet zu entwickeln.

In diesem Aktionsforum waren zur Gründung 90 Mitglieder zusammengeschlossen, heute sind es 170. Die Organisationen, Verbände und Unternehmen aus dem Gesundheitsbereich von der Selbsthilfgruppe über wissenschaftliche Fachgesellschaften, einige Krankenkassen bis zu Pharmafirmen beteiligen sich am Aufbau eines Gesundheitsinformationssystems, das den Grundsätzen der Qualitätssicherung entspricht.

Dabei kommt es insbesondere auf die Glaubwürdigkeit der Informationen an, denn genau genommen können Qualität und Wahrheitsgehalt medizinischer Inhalte gar nicht definiert werden. Eingeschätzt werden kann aber die Seriosität und Objektivität sowie Transparenz der Anbieter, die fachliche Kompetenz, das Vorhandensein eines Ansprechpartners, die Aktualität der Informationen, Zugänglichkeit und Verständlichkeit, Schutz der Persönlichkeit, Trennung von Werbung und redaktionellem Beitrag, Finanzierung und Sponsoren.

afgis hat Transparenzkriterien formuliert und standardisiert: Die Nutzer müssen erkennen können, wer hinter einem Internet-Angebot steckt, wer es sponsert, wie sich der Anbieter finanziert. Die Standards von afgis haben Eingang in die EU-Überlegungen gefunden und wurden auch vom Sachverständigenrat für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen bestätigt.

afgis ist ein internes Netzwerk, jedes Mitglied hält sich an die Kriterien, künftig wird es auch Möglichkeiten für Externe geben.

Das vom Gesundheitsministerium geförderte Projekt läuft zum 31. Dezember 2003 aus. Daher hat sich auf dem Kongress der Verein afgis e. V. gegründet, zunächst mit 45 Gründungsmitgliedern, der die Arbeit fortsetzen wird. Mit dieser Gründung wird afgis eine selbstständige und eigenfinanzierte Organisation.

Am Tag nach dem Kongress fand ein Treffen mit Kollegen aus anderen Ländern statt, um über internationale Kriterien zu diskutieren.

Weitere Informationen: www.afgis.de

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