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Fertilität: Keine Abstinenz vor der Samenspende

Männern, die im Rahmen einer künstlichen Befruchtung eine Samenspende abgeben wollen, wird nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation geraten, zwei bis sieben Tage vorher sexuell abstinent zu bleiben. Wie israelische Forscher nun berichten, ist dies kontraproduktiv.

Gegenüber dem Nachrichtendienst BBC äußerte das Team der Soroka Universität und der Ben Gurion Universität, dass die Enthaltsamkeit der Samenqualität schade. Zu diesem Ergebnis kamen die Wissenschaftler nach Überprüfung der WHO-Regel an mehreren tausend Probanden, die sich für entsprechende Tests zur Verfügung gestellt hatten.

Dabei zeigte sich, dass Enthaltsamkeit zwar die Samenmenge ansteigen lässt, die Qualität des Samens jedoch innerhalb kurzer Zeit sinkt. "Schon zwei Tage Abstinenz machen die Spermien weniger beweglich", meint Studienleiter Eliahu Levitas, der die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit vor kurzem beim Jahrestreffen der European Society of Human Reproduction and Embryology in Madrid präsentiert hat.

Sein Rat: "Für die intracytoplasmische Sperma-Injektions-Methode (ICSI), bei der ein einzelner Same in ein Ei injiziert wird, ist das Ergebnis nicht so relevant. Aber für Methoden, bei denen die Samenqualität ausschlaggebend ist, sollte man den Männern eher das Gegenteil als Enthaltsamkeit empfehlen." ral

Quelle: news.bbc.co.uk, Meldung vom 30.6.2003

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