Prisma

Chronobiologie: Schichtarbeit erhöht das Krebsrisiko

Frauen, die nachts arbeiten, haben Wissenschaftlern der Harvard Medical School zufolge ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs. Verantwortlich machen die Forscher dafür eine verringerte Melatoninproduktion bei den Betroffenen.

Ein Zusammenhang zwischen der Nachtarbeit und einem erhöhten Krebsrisiko wurde bereits in früheren Untersuchungen bezüglich der Häufung des Mammakarzinoms festgestellt. Die nun vorliegenden Studiendaten unterstützen diesen Befund. Sie geben darüber hinaus aber auch eine mögliche Begründung für das gehäufte Auftreten von Dickdarmkrebs bei Nachtarbeiterinnen an.

Eine zentrale Rolle kommt laut den Studiendurchführenden dem Hormon Melatonin zu. Melatonin besitzt antikanzerogene Eigenschaften. Es wird jedoch nur im Dunkeln produziert, bei Licht – auch bei künstlichem Licht, wie es während Nachtschichten vorherrscht – ist die Melatoninproduktion vermindert.

Nachtarbeiterinnen leiden also unter einem verringerten Melatonin-Schutzeffekt. Zusätzlich ist bei ihnen die Konzentration an Estrogen erhöht – ein weiterer Faktor, der die Entstehung von Dickdarmkrebs fördern könnte. ral

Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2003, Vol. 95, Nr. 11, S. 825 – 828

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