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Statistik: GKV-Arzneimittelausgaben steigen wieder

FRANKFURT (ims/ks). Im Januar und Februar 2003 haben sich die Ausgaben für Verordnungen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf 4,1 Mrd. Euro (Apothekenverkaufspreise) belaufen Ų dies ist eine Steigerung von 8,4 Prozent gegenüber den beiden Vergleichsmonaten des Vorjahres.

Unberücksichtigt in diesen Kennzahlen sind die infolge des Beitragssatzsicherungsgesetzes zu gewährleistenden Rabatte. Die Verordnungsmenge liegt für die beiden ersten Monate dieses Jahres bei 138 Mio. Packungen (+1,8 Prozent). Dies dokumentieren die aktuellen Daten des Medizinischen Instituts für Statistik (IMS Health).

Nach wie vor geht der Trend zur Verordnung von innovativen und höherpreisigen Präparaten. Die Kosten steigen weitaus mehr als die Anzahl der verordneten Packungen: So betrugen die Ausgaben im 1-Jahreszeitraum von März 2002 bis Februar 2003 24,3 Mrd. Euro zu Apothekenverkaufspreisen (+ 8,3 Prozent gegenüber Vorjahres-Vergleichszeitraum).

Die Verordnungsmenge lag bei 801 Mio. Packungen (+ 2,4 Prozent). Im Monat Februar machte sich außerdem der Einfluss einer Erkältungs-/Grippewelle bemerkbar: Medikamente zur Behandlung von Erkältungskrankheiten verzeichneten gegenüber dem Vorjahresmonat zweistellige Zuwachsraten nach Umsatz.

Die höchsten Ausgaben verursachen mehrheitlich Präparate entweder zur Behandlung chronischer Erkrankungen mit hoher Prävalenz (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Depressionen) oder neue und damit teurere Therapien zur Anwendung bei vergleichsweise seltenen aber schweren Krankheitsbildern wie Schizophrenie (Antipsychotika) oder Multipler Sklerose (Interferone).

Aufgeschlüsselt nach Arzneimittelgruppen waren in den Monaten Januar und Februar 2003 pro 100 Versicherte folgende Ausgaben zu verzeichnen: 331 Euro für Lipidsenker, 253 Euro für Ulcustherapeutika, 227 Euro für Humaninsuline und Analoga, 166 Euro für Beta-Blocker-Monopräparate, 159 Euro für ACE-Hemmer (Mono), 151 Euro für Antipsychotika, 150 Euro für Antidepressiva, 134 Euro für Calciumantagonisten (Mono), 128 Euro für Interferone und 116 Euro für Diabetes-Tests. Hierbei handelt es sich um bundesweite Durchschnittswerte.

Die Summe dieser Ausgaben macht 31 Prozent an den durchschnittlichen Gesamtausgaben aus, die pro 100 Versicherte im Bundesgebiet im Zeitraum Januar/Februar bei 5864 Euro lagen. Dabei gibt es nach Auskunft von IMS Health allerdings beträchtliche Unterschiede nach KV-Regionen.

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