Arzneimittel und Therapie

Hypertonie: Effektive und langanhaltende Blutdrucksenkung mit Candesartan

Die Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten ("Sartane", AT1-Blocker) werden seit kurzem von der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks (Hochdruckliga) sowohl zur Monotherapie als auch in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen empfohlen. In aktuellen Studien war Candesartan (Blopress®) einigen anderen Vertretern dieser recht jungen Substanzklasse in der Effektivität und Dauer der Blutdrucksenkung überlegen.

Nach der Einführung von Losartan in den USA (1995) wurden in rascher Folge weitere Substanzen zugelassen, so dass zurzeit in Deutschland insgesamt sieben Sartane (Candesartan, Irbesartan, Valsartan, Telmisartan, Eprosartan, Olmesartan) zur Verfügung stehen. Für den verordnenden Arzt stellt sich die Frage, welche Unterschiede in der Effektivität und Dauer der Blutdrucksenkung zwischen den Wirkstoffen existieren.

Mit dieser Problematik beschäftigte sich eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Metaanalyse, in der auf Basis von FDA-Zulassungsstudien die vier Substanzen Losartan, Valsartan, Irbesartan und Candesartan miteinander verglichen worden waren. Die einbezogenen Studien wiesen dabei vergleichbare Patientenkollektive und ähnliche Designs auf. Die Patientenzahlen betrugen für Losartan 1038, für Valsartan 1568, für Irbesartan 2237 und für Candesartan 2259. Anhand der Dosis-Wirkungs-Kurven wurde der maximale blutdrucksenkende Effekt (Emax) der einzelnen Substanzen berechnet und um den Plazeboeffekt korrigiert.

Der Emax betrug für Losartan 5,6 mmHg, für Valsartan 5,8 mmHg, für Irbesartan 6,9 mmHg und für Candesartan 7,5 mmHg (bezogen auf den diastolischen Blutdruck), der Unterschied zwischen Candesartan und Valsartan war statistisch signifikant (p = 0,014). Damit zeigte Candesartan in dieser Metaanalyse mit über 7100 Patienten den stärksten blutdrucksenkenden Effekt.

Langanhaltende Wirkung ist von Vorteil

In einer weiteren Studie konnte für Candesartan eine besonders langanhaltende Blutdrucksenkung nachgewiesen werden. Bei ambulanter Langzeit-Blutdruckmessung zeigte der Wirkstoff nach 24 Stunden eine eindeutig stärkere Blutdrucksenkung (sowohl systolisch als auch diastolisch) als Losartan. Sogar 36 und 48 Stunden nach Tabletteneinnahme war noch eine Restwirkung auf den Blutdruck nachweisbar.

Die lange Wirkdauer von Candesartan bietet einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt für Patienten, die gelegentlich ihre tägliche Tablette vergessen, also einen so genannten "Drug holiday" einlegen. Diese Art der Non-Compliance kommt bei Hochdruckpatienten nach neueren Untersuchungen mindestens einmal pro Woche vor und steht in keiner Beziehung zur Verträglichkeit einer Substanz. Selbst nebenwirkungsarme Medikamente werden ab und zu "einfach vergessen". Auch Patienten, die am Wochenende oder im Urlaub morgens die Tablette später als üblich einnehmen, profitieren von diesem "Zusatzschutz".

Kombinationstherapie bei unzureichendem Therapieerfolg

Bei vielen Hypertoniepatienten senkt eine Monotherapie, auch mit höchsten Dosen, den Blutdruck nur unzureichend. Der einzige Ausweg ist hier die Kombinationstherapie. Nach den Empfehlungen der Hochdruckliga ist die Kombination zwischen AT1-Blockern und Diuretika pharmakologisch sinnvoll. In einer Vergleichsstudie der Kombinationen Losartan/Hydrochlorothiazid (50 mg/12,5 mg) und Candesartan/Hydrochlorothiazid (16 mg/12,5 mg) bei 168 nicht oder nicht ausreichend behandelten Hypertonikern wurde der Blutdruck in der Losartan-Kombination 24 Stunden nach der letzten Tabletteneinnahme um 24/15 mmHg und 48 Stunden danach um 9/4 mmHg gesenkt.

Deutlich ausgeprägter war die blutdrucksenkende Wirkung unter Candesartan/Hydrochlorothiazid mit einer Blutdruckreduktion von 32/21 mmHg nach 24 Stunden und sogar noch um 25/16 mmHg nach 48 Stunden. Vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse und wegen der immer noch unbefriedigenden Compliance vieler Hypertoniepatienten erscheint es sinnvoll, bei einer geplanten Kombinationstherapie aus Angiotensin-II-Antagonist und Diuretikum eine Fixkombination beider Wirkstoffe zu wählen.

Quelle

Prof. Dr. Thomas Unger, Berlin; Prof. Dr. Peter Trenkwalder, Starnberg: Pressegespräch "AT1-Blocker ist nicht gleich AT1-Blocker", Berlin, 13. März 2003, veranstaltet von der Takeda Pharma GmbH, Aachen. Elmfeldt, D., et al.: The relationsships between dose and antihypertensive effect of four AT1-receptor blockers. Differences in potency and efficacy. Blood Pressure 11(5), 293 – 301 (2002). Lacourcière, Y., Asmar, R.: A comparison of the efficacy and duration of action of candesartan cilexetil and losartan as assessed by clinic and ambulatory blood pressure after a missed dose, in truly hypertensive patients. American Journal of Hypertension 12, 1181 – 1187 (1999). Koenig, W.: Comparison of the efficacy and tolerability of combination tablets containing candesartan cilexetil and hydrochlorothiazide or losartan and hydrochlorothiazide in patients with moderate to servere hypertension. Clin Drug Invest 19, 239 – 246 (2000).

Die Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten ("Sartane", AT1-Blocker) werden von der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks sowohl zur Monotherapie als auch in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen empfohlen. In aktuellen Studien war Candesartan (Blopress) einigen anderen Vertretern dieser recht jungen Substanzklasse in der Effektivität und Dauer der Blutdrucksenkung überlegen.

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.