Prisma

Forschung: Zytostatika aus dem Meer

Traditionell gilt der Grauwal an den Küstenregionen Chinas als "Allheilmittel" gegen unterschiedlichste Leiden. Die aus ihm gewonnenen Arzneien werden dort unter anderem zur Behandlung von Masern, Zahnschmerzen und Bauchschmerzen eingesetzt. Nun soll der Grauwal auch in der Krebstherapie Einzug halten. Chinesische Wissenschaftler entdeckten in dem Meeressäuger eine Substanz, die das Wachstum von Krebszellen verhindern soll.

Laut einem Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua begann das Institute of Naval Medical Science der People's Liberation Army in Zusammenarbeit mit dem Biotech-Unternehmen Aobo vor sieben Jahren mit ihrer Forschungsreihe. Erfolge erzielten die Wissenschaftler mit dem Versuch, aktive Substanzen aus dem Gehirn des Grauwals einzusetzen. Verschiedene Krebszellen, die mit dem Extrakt versetzt wurden, wurden effektiv in ihrem Wachstum gehemmt. Auf gesunde Zellen hatte der Extrakt dagegen keinen Einfluss.

Ebenfalls erfolgreich verlief ein weiteres Experiment, bei dem Krebszellen in die Subcutis von Mäusen eingepflanzt wurden. Ein Teil der Tiere wurde mit einer Salzlösung gefüttert, die restlichen Mäuse erhielten Wasser, das mit dem Walextrakt versetzt war. Während zwei Wochen später die Tumoren der ersten Gruppe ein durchschnittliches Gewicht von über zwei Gramm erreichten, schwankten die Werte der mit dem Extrakt behandelten Mäuse zwischen 0,2 und 0,8 Gramm.

Tiefseebewohner rücken immer weiter in das Interesse der Wissenschaft. Dank ihrer besonderen Lebenssituation verfügen die Meeresgeschöpfe, die unter anderem Dunkelheit, Kälte und hohem Salzgehalt ausgesetzt sind, oftmals über Substanzen von medizinischem Interesse. ah

Quelle: www.xinhuanet.com, Meldung vom 4.3.2003

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