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Malaria-Forschung: Hochsicherheitstrakt für Mücken

Am Hygiene-Institut des Universitätsklinikums Heidelberg ist das erste Hochsicherheits-Insektarium Deutschlands eingerichtet worden. Wie aus einer Pressemitteilung der Universität hervorgeht, handelt es sich dabei um ein besonders abgesichertes Labor, in dem tropische Insektenarten gezüchtet und erforscht werden.

"Mithilfe des Insektariums können wir wichtige Projekte zur Erforschung der Malaria durchführen. Dafür züchten wir den Krankheitsüberträger der Malaria, die Anopheles-Stechmücke", erklärt Prof. Dr. Michael Lanzer, Direktor der Abteilung Parasitologie. Auf wenigen Quadratmetern sei eine der modernsten Einrichtungen tropenmedizinischer Forschung in Europa geschaffen worden, deren Sicherheitsstandard sich an Insektarien der US-Seuchenbehörde "Centers of Disease Control" in Atlanta orientiere und ein Entweichen der infizierten Mücken unmöglich mache.

Nur autorisierte Wissenschaftler können mit ihrer Codekarte das Insektarium betreten; beim direkten Umgang mit den Mücken müssen sie Schutzanzüge tragen. Der Zugang zu dem Raum, in dem die Insekten gehalten werden, bleibt verschlossen, solange der Eingang des Insektariums offen ist. Wer es verlassen möchte, muss fünf Minuten lang eine Luftdusche über sich ergehen lassen.

Die Mücken selbst sind dreifach gesichert in speziellen Behältern und Schränken. Im Vorraum werden die Insektenlarven in Wasserbädern bei tropischen Temperaturen gezüchtet, bis sie zum Schlüpfen in die speziellen Insektenkäfige gebracht werden.

Quelle: Pressemitteilung der Universität Heidelberg vom 5. 3. 2003

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