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Hirnschlag-Risiko: Entzündungen im Zahnbett belasten das Gehirn

Je schlechter die Zähne eines Menschen sind, desto größer ist sein Risiko, einen Hirnschlag zu erleiden. Diesen Zusammenhang zogen vor kurzem Wissenschaftler in einer in der Fachzeitschrift "Stroke" veröffentlichten Studie. Die Ursache für das erhöhte Risiko ist wahrscheinlich eine Belastung des Blutkreislaufs im Gehirn durch Entzündungen im Mund.

Aus Statistiken ist bekannt, dass das Risiko für einen Hirnschlag umgekehrt proportional zur Anzahl der gesunden Zähne eines Menschen ist. Da Zahnausfall eine Alterserscheinung ist und auch das Risiko für Hirnschlag mit dem Alter steigt, könnte man nun sagen, dass dieser Zusammenhang schlicht auf den Alterungsprozess zurückzuführen ist und eigentlich keinen direkten Bezug erlaubt.

Ganz so einfach scheint die Situation allerdings nicht zu sein. Wie Wissenschaftler von der Harvard School of Dental Medicine in einer Studie an über 40 000 Männern feststellten, hängt das Risiko für Hirnschlag ausgerechnet bei jüngeren Personen und bei solchen mit normalem Blutdruck – also jenen, die keineswegs zur Risikogruppe gehören – besonders stark mit der Zahl gesunder Zähne zusammen.

Die Studiendurchführenden vermuten, dass Entzündungen des Zahnfleisches und des knöchernen Zahnbettes für den Zusammenhang verantwortlich sind. Sie lassen möglicherweise nicht nur die Zähne ausfallen, sondern belasten auch den Blutkreislauf in der Umgebung negativ, vor allem im Gehirn.

Untersuchungen haben ergeben, dass in Zahnplaques angesiedelte Bakterien Blutgerinnsel verursachen, die den Blutfluss zum Gehirn blockieren können. Ein Grund mehr, auf eine gute Zahnpflege zu achten und vor allem die Zwischenräume der Zähne täglich gut mit Zahnseide zu reinigen. azpd

Quelle: Stroke 2003, Vol. 34, Nr. 1, S. 47 – 52

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