Umsatzwachstum im 1.Quartal: Trotz wachsender Umsätze bleibt Apotheken weniger

Auch im ersten Quartal 2003 wurde mehr Geld für Arzneimittel ausgegeben: Wie das Institut für Medizinische Statistik IMS Health am 22. April meldete, belief sich der Umsatz des deutschen Apothekenmarktes in den ersten drei Monaten des Jahres auf 4,8 Mrd. Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres eine Umsatzsteigerung um 7,1 Prozent.

Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf die Herstellerabgabepreise und berücksichtigen nicht die Rabatte nach dem Beitragssatzsicherungsgesetz. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) weist daher darauf hin, dass jeder Apotheke im ersten Quartal trotz steigender Arzneimittelnachfrage rund 5800 Euro weniger zur Kostendeckung zur Verfügung stünden.

Der Monat März schlug in diesem Jahr mit 1,6 Mrd. Euro zu Buche (+ 6,6 Prozent gegenüber dem März 2002). Die abgesetzte Menge betrug rund 146 Mio. Packungen (+ 4,6 Prozent). Verschreibungspflichtige Präparate verzeichneten ein Umsatzplus von 7,9 Prozent und einen Mengenzuwachs von 2,9 Prozent. Rezeptfreie Präparate erzielten 2,6 Prozent mehr Umsatz, der Absatz wuchs um 5,9 Prozent.

Wachstum nur bei neuen Präparaten

IMS Health zufolge besitzen nur neue Präparate Wachstumschancen. Dies belege eine Analyse aller bis einschließlich zum Ende des Jahres 2001 in den Markt eingeführten Präparate. Danach konnten rezeptpflichtige Arzneimittel, die in den Jahren 2000/2001 eingeführt wurden, im aktuellen Ein-Jahreszeitraum (April 2002 bis März 2003) einen Umsatzzuwachs um 52 Prozent verzeichnen. Bei Medikamenten, die zwischen 1995 und 1999 auf den Markt kamen lag das Plus bei 13 Prozent. Zwischen 1990 und 1994 eingeführte Präparate konnten nur noch um 5 Prozent zulegen. Früher eingeführte rezeptpflichtige Arzneimittel verzeichnen dagegen ein Minuswachstum.

DAV erwartet Stellenabbau

Hermann S. Keller, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), versuchte angesichts der abermaligen Wachstumszahlen im Arzneimittelmarkt klar zu machen: "Die Zwangszahlungen von bis zu 10 Prozent, die die Apotheken an die GKV abführen müssen, haben gravierende Auswirkungen." Rund 450 Mio. Euro werden die Apotheken im ersten Quartal an die gesetzlichen Kassen abführen müssen, schätzt er. Damit liegen ihre Zahlungen um rund 125 Mio. Euro höher als im vergangenen Jahr. Binnen Jahresfrist erwartet der DAV die Streichung von bis zu 15000 Stellen im Apothekenbereich.

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