BKK Niedersachsen: Bundesweit einmaliges Projekt gestartet - die BKK-Hausapothek

Hannover (bkk/diz). Am 1. April begann offiziell ein bisher in Deutschland einzigartiges Modell in Niedersachsen, das Apotheker und Betriebskrankenkassen ausgehandelt haben: die BKK-Hausapotheke (die AZ berichtete). BKK-Patienten können eine Apotheke ihrer Wahl als ihre Hausapotheke wählen und sich dort einschreiben, um ihre Verordnungen dort einzulösen. Dafür erhalten sie von dieser Apotheke besondere Leistungen.

Ernst-August Heyser, Mitglied der BKK Continental, wählte die Delfin-Apotheke in der hannoverschen List zunächst für ein Jahr als seine BKK-Hausapotheke aus und bekräftigte das mit seiner Unterschrift. Hier wird er seine Verordnungen einlösen. Die Delfin-Apotheke, deren Leiterin die niedersächsische Kammerpräsidentin Magdalene Linz ist, macht mit im Modellprojekt und wird allen BKK-Versicherten, die diese Apotheke zur ihrer BKK-Hausapotheke wählen, die besonderen Leistungen zur Verfügung stellen. In erster Linie geht es um eine individuelle und bessere Arzneiversorgung, auch bis ans Krankenbett, umfassende Medikamentenberatung und zuverlässige Unterstützung im Krankheitsfall, heißt es in einer Pressemitteilung des BKK-Landesverbands. "Wir wollen weg vom Bild des Schachtelverkäufers", bekräftigte Heinz-Günter Wolf, Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen. "Wir haben das Know how, unsere Kunden hervorragend zu beraten, das ist einer der Gründe, weshalb wir dieses Projekt mit dem BKK-Landesverband in einen Vertrag gegossen haben."

Ingo Werner, Vorsitzender des Vorstandes des BKK Landesverbandes Niedersachsen-Bremen verwies auf die Tatsache, dass schätzungsweise 300000 Krankenhauseinweisungen mit durchschnittlich zehn Tagen Aufenthalt im Jahr auf Neben- und Wechselwirkungen von Arzneimitteln zurückzuführen sind: "Wir brauchen in diesem Bereich einfach eine bessere Beratungsqualität".

Die besondere Beratungsqualität soll u. a. zum Tragen kommen, wenn Arzneimittel im Krankheitsfall von pharmazeutischem Fachpersonal den BKK-Versicherten nach Hause gebracht und in der Anwendung erläutert werden. Besonders gefordert ist die Beratung, wenn für BKK-Versicherte vierteljährlich und individuell das so genannte Arzneimitteldossier erstellt und ausgewertet wird. In einer Art Arzneimittel-Konto werden die verordneten, aber auch die in der Selbstmedikation erworbenen Arzneimittel erfasst und auf Unverträglichkeiten und Wechselwirkungen geprüft. Wenn der BKK-Kunde es wünscht, nimmt der BKK-Hausapotheker Kontakt mit dem Arzt auf, um fragliche Medikamenten-Kombinationen abzuklären.

Der Apotheker ist berechtigt, für die Erstellung und Erläuterung des Arzneimitteldossiers eine Sonder-PZN auf dem Rezeptformular aufzutragen und mit der BKK abzurechnen. Die BKK vergütet die Erstellung und Erläuterung des Medikationsprofils mit fünf Euro (inkl. gesetzliche MwSt.). Für den selben BKK-Versicherten kann die Vergütung maximal einmal im Quartal und höchstens viermal im Jahr abgerechnet werden.

Auf Wunsch prüft der BKK-Hausapotheker auch den häuslichen Arzneimittelbestand und entsorgt Reste fachgerecht. Weitere Vorteile für BKK-Versicherte sind ein Treuebonus von 5 Prozent auf alle nicht apothekenpflichtigen Artikel wie beispielsweise Pflegeprodukte. Darüber hinaus können bewährte Leistungen wie Messungen von Blutdruck und Blutzucker - gegen eine geringe Gebühr - in Anspruch genommen werden. 280 Apotheken in Niedersachsen sind bereits jetzt BKK-Hausapotheke. Zu erkennen sind die Apotheken, die an diesem Projekt mitmachen, an dem besonderen Zeichen, dem lachenden Haus mit dem Schriftzug BKK-Hausapotheke.

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