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Gesundheitsberichterstattung des Bundes: Gesundheit im Alter

BERLIN (sw). Für ein gesundes Älterwerden ist eine selbstständige, selbstverantwortliche und persönlich sinnerfüllte aktive Lebensgestaltung wichtig. Die vorliegende Gesundheitsberichterstattung des Bundes stellt die Situation der Alten in der Bundesrepublik dar.

13 Mio. Bundesbürger sind gegenwärtig 65 Jahre und älter, ihr Anteil wird weiter steigen, vor allem der über 80-Jährigen. 1960 gab es 1,2 Mio. 80-Jährige und älter, 1998 2,9 Mio., 2010 werden es 4 Mio. und 2020 5,3 Mio. sein. Alter ist aber nicht gleichbedeutend mit Krankheit, Leiden und Pflegebedürftigkeit.

Die gerontologische Forschung konnte große interindividuelle Unterschiede in der körperlichen und seelisch-geistigen Leistungsfähigkeit, die Bedeutung von körperlicher und seelisch-geistiger Aktivität sowie Prävention in allen Phasen des Lebenslaufs und ein hohes Veränderungs- und Rehabilitationspotenzial im Alter nachweisen.

Viele Ältere haben Interesse am freiwilligen Engagement in der Gesellschaft. 1992 wurden an 43 Standorten Seniorenbüros eingerichtet, 1994 und 1995 wurden in 33 dieser Büros 36 300 Nutzer mit 95 300 Kontakten ermittelt. Hinzu kommt das Engagement in Familie, Nachbarschaft, Kommunen, Verbänden und Vereinen.

Die Rolle von Einkommen und Status

Eine wichtige Voraussetzung für die Erweiterung von Interesse und Aktivitäten sind höhere materielle Ressourcen. Bei natürlich beträchtlicher Streuung betrug im Jahr 1998 das durchschnittliche verfügbare monatliche Äquivalenteinkommen der Haushalte von Sozialversicherungsrentnern 1421 Euro, von Pensionärshaushalten 2561 Euro (Arbeitnehmerhaushalte 1830 Euro). 45 % der über 65-jährigen Frauen in Ein-Personen-Haushalten hatten netto weniger als 920 Euro.

Die Biographie spielt eine große Rolle für die Gesundheit im Alter – gesundheitsbewusstes Verhalten, sinnerfüllte Alltagsgestaltung, Bewältigung von Belastungen und neuen Anforderungen, z. B. auftretenden chronischen Krankheiten. Von 1998 befragten 60 bis 79-Jährigen schätzten zwei Drittel der Frauen und mehr als zwei Drittel der Männer ihren Gesundheitszustand als gut ein. Der größte Teil war mit der persönlichen Lebenssituation und dem Leben insgesamt eher zufrieden.

Häufig treten infolge von Erkrankungen Schmerzen auf; es gibt einen sehr starken Zusammenhang zwischen der Schmerzlinderung und der Zufriedenheit mit der Gesundheit und dem Leben allgemein.

Gesundheitsprobleme

Zu den wichtigsten Gesundheitsproblemen im Alter gehören die Multimorbidität, psychische Störungen (Demenz, Depression), Verletzungen durch Stürze, Funktionseinbußen beim Hören und Sehen. Obwohl häufig ein Rehabilitationspotenzial gegeben ist, steigt ab dem 80. Lebensjahr die Pflegebedürftigkeit stark an.

Psychische Erkrankungen im Alter werden oft nicht rechtzeitig erkannt, z. T. weil sie durch körperliche Erkrankungen überlagert werden, z. T. weil angenommen wird, das sei "normales Altern". Eine verbesserte psychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Versorgung könnte einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit im Alter leisten.

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