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Original versus Generikum: Gefahren für Allergiker durch Generika?

BERLIN/TAUTING (ks). Der Deutsche Generikaverband hat sich für einen vermehrten Einsatz generischer Arzneimittel bei der Versorgung von Allergikern ausgesprochen. Der Verband reagierte damit auf einen "offenen Brief" der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. In diesem Brief, der am 31. Oktober in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen war, warnten DGAI und DAAB eindringlich vor Gefahren beim Einsatz von Generika bei Allergikern.

Der Fachverband und die Patientenorganisation bezogen sich in ihrem offenen Brief auf die Befragung von über 3800 Allgemeinmedizinern und Fachärzten zu Beginn dieses Jahres: Der "überwiegende Teil" der befragten Ärzte habe festgestellt, dass ihre Allergie-Patienten auf verschiedene Generika – trotz gleichen Wirkstoffs – unterschiedlich ansprachen.

Vermehrte Nebenwirkungen, Unverträglichkeitsreaktionen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln seien die Folge gewesen. Auch wenn sie es selbst kritisch beurteilten, verordneten die meisten Ärzte wegen des Kostendrucks der Gesundheitspolitik "gezwungenermaßen" Generika.

Kennzeichnungspflicht für Generika gefordert

DGAI und DAAB ließen in dem Brief zudem verlauten, Generika seien "Nachahmerprodukte, die in ihrer Zusammensetzung und in ihrem Qualitätsanforderungen vom Originalprodukt deutlich abweichen können". Die Wirksubstanzen seien üblicherweise älter als 20 Jahre und entsprächen häufig nicht mehr dem aktuellen medizinischen Standard. Auch wenn die Generika in Deutschland hergestellt würden, käme der Wirkstoff selbst oft aus Schwellenländern mit geringeren Qualitätsanforderungen.

Daher müsse jeder Patient selbst entscheiden können, ob er lieber ein Originalprodukt oder ein "mit Risiken behaftetes Generikum" einnehmen möchte. Um Generika für die Patienten besser erkennbar zu machen, fordern die Allergiker-Verbände von Ulla Schmidt, kurzfristig eine Kennzeichnungspflicht für diese Produkte einzuführen. Auch für das Herkunftsland müsse es eine Kennzeichnung geben.

Generikaverband: kein größeres Nebenwirkungsspektrum bei Generika

In dem offenen Brief wird zudem behauptet, der Deutsche Generikaverband schließe sich ausdrücklich der Forderung des DGAI an, Arzneimittel zur Behandlung von Allergien generell von der Aut-idem-Regelung auszunehmen, da die therapeutische Vergleichbarkeit bei der Behandlung dieser Patientengruppe nicht grundsätzlich unterstellt werden dürfe. Der Generikaverband fühlte sich grundlegend missverstanden und reagierte prompt: Die Forderung, Generika für die Behandlung von Allergikern auszuschließen, sei "wissenschaftlich unhaltbar", "unseriös" und einer wissenschaftlichen Fachgesellschaft "auch unwürdig".

Der Generikaverband forderte die DGAI im Patienteninteresse auf, "die falschen medizinischen und pharmazeutischen Behauptungen zurückzunehmen". Dietmar Buchberger, Geschäftsbereichleiter Arzneimittelsicherheit und Zulassung beim Deutschen Generikaverband, erklärte, es sei zwar zutreffend, dass der Generikaverband im Zuge der Aut-idem-Gesetzgebung vor einem Jahr darauf hingewiesen habe, dass bei Allergikern der Austausch von Arzneimitteln in der Apotheke höchst risikoreich sei.

Hintergrund sei jedoch, dass dem Arzt nicht die Therapieverantwortung genommen werden dürfe, da nur er – und nicht der Apotheker – die Indikation seines Patienten kenne. Aus diesem in Fachkreisen unstrittigen Hinweis eine angebliche Qualitätsdiskussion Original versus Generikum anzuzetteln, sei wissenschaftlich völlig unhaltbar, so Buchberger.

Der Deutsche Generikaverband hat sich für einen vermehrten Einsatz generischer Arzneimittel bei der Versorgung von Allergikern ausgesprochen. Der Verband reagierte damit auf einen "offenen Brief" der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) und des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. In diesem Brief, der am 31. Oktober in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen war, warnten DGAI und DAAB eindringlich vor Gefahren beim Einsatz von Generika bei Allergikern.

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