Arzneimittel und Therapie

HIV-Infektion: Neue Darreichungsformen vereinfachen die Therapie

Die Efavirenz-Produktpalette für die antiretrovirale Therapie der HIV-Infektion wird um zwei neue Darreichungsformen erweitert, wie Bristol-Myers Squibb mitteilte. Neu eingeführt werden die Sustiva® 600 mg Filmtablette für die einmal tägliche Gabe sowie Sustiva® 30 mg/ml Lösung für Kinder ab drei Jahren und Erwachsene mit Schluckbeschwerden.

Die neuen Formulierungen des nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmers ermöglichen eine erhebliche Therapievereinfachung für Patienten und Ärzte. Durch die so genannten "Once-daily-Formulierungen" kann die tägliche Tablettenmenge verringert werden, wodurch die compliance der Betroffenen zunimmt – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der antiretroviralen Therapie. Darüber hinaus kann die Therapie jetzt flexibler den individuellen Lebensumständen angepasst werden.

Antiretroviral wirksame Medikamente kombinieren

Efavirenz gehört zur Klasse der nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI). Diese binden an die reverse Transkriptase der Viren und hemmen damit die Virusvermehrung. Die reverse Transkriptase ist für die Umschreibung der Virus-RNA erforderlich. Ohne diesen Schritt erfolgt keine Produktion von Virusmaterial in den befallenen Wirtszellen und damit keine Virusvermehrung. HI-Viren werden rasch resistent gegen antiretroviral wirksame Substanzen, wenn diese allein zur Anwendung kommen. Daher darf Efavirenz nur in Kombination mit anderen antiretroviral wirksamen Medikamenten eingesetzt werden.

Einmal tägliche Therapie verbessert die Lebensqualität

Die Entwicklung von Efavirenz 600 mg Filmtabletten zur täglichen Einmalgabe reiht sich ein in die Bemühungen, das Leben der HIV-Infizierten und AIDS-kranken Menschen zu verbessern und zu verlängern. Demnächst soll auch eine neue einmal tägliche Formulierung des nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitors Stavudin (Zerit®) sowie des Proteaseinhibitors Atazanavir auf den Markt gebracht werden, so Bristol-Myers Squibb, wodurch die Einnahmehäufigkeit reduziert und die Therapie vereinfacht werden kann.

Mit der Zulassung von Atazanavir – mit der 2003 gerechnet wird – stehen dann erstmals antivirale Präparate aus allen drei Substanzklassen zur Verfügung, die zu einem einmal täglichen Regime kombiniert werden können. ck

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