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Eierstockkrebs und Pille: Je höher der Gestagenanteil, desto geringer das Ris

Die Einnahme oraler Kontrazeptiva schützt Statistiken zufolge vor der Entstehung von Eierstockkrebs. Worauf dieser Effekt beruht, war bislang allerdings unklar. Laut amerikanischen Wissenschaftlern hängt der Schutz mit dem Gestagenanteil in der Pille zusammen.

Wie sie in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute schreiben, untersuchten sie den Zusammenhang bei 390 Frauen mit einem Ovarialkarzinom und 2865 Kontrollpersonen im Alter zwischen 20 und 54 Jahren. Dabei zeigte sich, dass das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, offensichtlich vom Gestagenanteil in der Pille abhängt. Frauen, die Pillen mit geringem Gestagen- und hohem Östrogenanteil einnahmen, hatten verglichen mit Frauen, die hohe Konzentrationen beider Hormone bekamen, ein doppelt so hohes Risiko, an Eierstockkrebs zu erkranken. Namen die Frauen überhaupt keine Pille ein, war das Risiko sogar dreimal so hoch. Eine Risikoreduktion konnte bereits bei kurzfristiger Pilleneinnahme beobachtet werden.

Welche Mechanismen der Gestagen-Schutzwirkung zugrunde liegen, können auch die Studiendurchführenden noch nicht sagen. Sie vermuten, dass die Hemmung von Ovulation und/oder direkte biologische Effekte der Gestagene dabei eine Rolle spielen.

Quelle: Journal of the National Cancer Institute 2002, Vol. 94, Nr. 1, S. 32 38

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