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LAV Baden-Württemberg: Endspurt in der "Initiative pro Apotheke"

Der Landesapothekerverband Baden-Württemberg e.V. (LAV) hat in den letzten zehn Tagen vor der Bundestagswahl noch einmal massiven Schwung in die "Initiative pro Apotheke" gebracht. In einem medialen Netzwerk wurden dabei nicht nur die elektronischen Medien bedient. Diese Maßnahmen wurden durch Zeitungswerbung, Teilnahme an Diskussionsveranstaltungen und Event-Promotion ergänzt, die sämtlich ein Ziel verfolgten: Die Wählerinnen und Wähler, die am Sonntag zur Bundestagswahl aufgerufen waren, sollten noch einmal mit den Themen Gesundheitspolitik, Arzneimittelversandhandel und Apotheke konfrontiert werden.

Die Baden-Württemberger hatten sich bereits entschieden, über eine Strecke von vier Wochen auf dem landesweit ausstrahlenden Fernsehsender B.TV über 300 Fernsehspots zu produzieren und zu schalten. In der letzten Vor-Wahl-Woche wurde dabei die Frequenz besonders stark erhöht, sodass täglich zwölf Spots zur besten Sendezeit zu sehen war.

Begleitet wurden die Fernsehspots durch Rundfunk-Werbung. Im öffentlich rechtlichen Bereich sendeten die Radiostationen SWR 1 und SWR 4 täglich mehrere etwa 25 Sekunden lange Spots. Jeder Werbeblock band dabei mit dem Satz "Gegen den Versandhandel von Arzneimitteln – für den Erhalt der öffentlichen Apotheke – Jetzt entscheiden Sie über die Zukunft Ihrer Gesundheit" ab. Auf den privaten Sendern "Antenne 1" und "Die neue 107,7" wurde in hoher Frequenz der gleiche Spot ausgestrahlt. Hier war aber ein politischerer Abbinder möglich, der beim öffentlich-rechtlichen Sender aus rechtlichen Bedenken gestoßen war. Bei den Privaten hieß es: "Wählen Sie die richtige Gesundheitspolitik für Ihre Zukunft".

Genau mit diesem Slogan schaltete der LAV in den redaktionellen Seiten der Tageszeitungen flächendeckend in Baden-Württemberg Anzeigen. Sogar die Bild-Zeitung und die Wochenend-Sonderausgabe "Sonntag aktuell" wurden in den Mediaplan einbezogen. Das bereits aus der Unterschriftenaktion bekannte Motiv wurde dazu reaktiviert und mit der Kopfzeile "Arzneimittelversandhandel? Ich stimme dagegen!" zum Abdruck gebracht. Dieser Text korrespondierte mit den Aussagen des TV-Spots, und mit dem Verweis auf den Wahlsonntag wurde das politische Anliegen mit den Funkspots verzahnt.

Parallel dazu diskutierten an unterschiedlichen Orten des Bundeslandes Vertreterinnen und Vertreter des LAV mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Anlass war häufig der neu veröffentlichte Ausgaben- und Defizitplan der Gesetzlichen Krankenkassen. Parteien, Gewerkschaften und politisch Interessierte wurden dabei immer wieder mit den guten Argumenten der Apothekerschaft konfrontiert.

So bot beispielsweise Apothekerin Gretel Kleinknecht bei einer Podiumsdiskussion in Tübingen den politischen Agitationen der Vertreter der Gewerkschaft Ver.di Paroli. LAV-Vizepräsident Christoph Gulde debattierte zeitgleich die Vorstellungen der Apotheker zur Entwicklung einer zukünftigen Gesundheitspolitik mit politischen Gruppierungen in Stuttgart, während LAV-Präsident Fritz Becker mit Bundestagskandidaten der verschiedenen Parteien die Gesundheitspolitik erörterte.

Abgerundet wurde dieses Maßnahmenpaket durch eine Promotion-Aktion des Verbandes am Stuttgarter Flughafen. Über drei Tage hinweg sprachen zwei Promotion-Mitarbeiterinnen in Tabletten-Kostümen bereits ab morgens um 5.30 Uhr die Reisenden vor allem der Inlandsflüge auf das Thema Arzneimittelversandhandel an.

Um die frühe Uhrzeit gelang es, auch jeweils den ersten Flug von Stuttgart nach Berlin abzudecken. Neben unzähligen Reisenden nahmen auch viele Politikerinnen und Politiker sowie Mitarbeiter der Abgeordneten, die zum Flug nach Berlin eincheckten, diese Aktion wahr. Einige Anrufe in der LAV-Pressestelle und viele Äußerungen direkt am Flughafen bestätigten: Das Anliegen der Apothekerschaft wurde gehört und gesehen und konnte sich sehen lassen.

In den kommenden Tagen wird sich weisen, wie die Bundespolitik das Gesundheitsressort besetzen wird und welche ersten Schritte man in der politischen Ausgestaltung einer zukünftigen Gesundheitsreform gehen wird. An der grundsätzlichen Position der Apotheker wird sich nichts ändern – die "Initiative pro Apotheke" ist noch nicht vorbei. lav

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