Arzneimittel und Therapie

Öko-Test: Guarana-Präparate im Vergleich

Der tägliche Kaffee zum Frühstück ist für viele Menschen eine Grundvoraussetzung, um wach zu werden. Eine vergleichbare Wirkung lässt sich mit Guarana erzielen, welches gerne als "harmloser Wachmacher" dargestellt wird. Aber auch dieses scheinbar sanfte Mittel ist nicht ohne Risiken. Öko-Test untersuchte zehn Guarana-Präparate in Hinblick auf den Gehalt an Coffein, die Anwesenheit von Theobromin und Theophyllin und auch auf das Preis-Leistungsverhältnis. Die Note "sehr gut" erzielten zwei der getesteten Präparate, wiederum zwei wurden mit "gut", fünf mit "befriedigend" und eines mit "ausreichend" beurteilt.

Zu Abzügen bei der Bewertung kam es, wenn in der Packungsbeilage wichtige Informationen zu Dosierung, Tageshöchstmengen, Anwendungsbeschränkungen und mögliche Wechselwirkungen fehlten. Die beiden Präparate Guarana-ratiopharm® Kapseln und Klosterfrau energy® Kapseln enthielten als einzige die geforderten Angaben und wurden dementsprechend mit "sehr gut" beurteilt.

Bei PHD Guarana Pulver®, naturbelassen und Sanct Bernhard Guarana Spezial-Tabletten® war zumindest der Hinweis auf die Tageshöchstdosis gegeben, sie wurden für "gut" befunden. Den mit "befriedigend" gewerteten Präparaten fehlte auch dieser Hinweis. Zu weiteren Abzügen kam es, wenn der Coffeingehalt unter 2000 mg/100 g lag. Die Bakanasan Guarana Kautabletten® erreichten lediglich die Wertung "ausreichend", da sie nur 600 mg Coffein pro 100 g enthalten und somit laut Öko-Test zur Überwindung kurzfristiger Müdigkeit wenig hilfreich sind.

Tasse Kaffee oder Guarana aus der Apotheke?

Hauptwirkstoff der Muntermacher ist Coffein. Die getesteten Guarana-Präparate enthalten mit 2300 bis 3900 mg pro 100 g wesentlich mehr Coffein als Kaffee (700 bis 2500 mg), sie müssen dementsprechend vorsichtig dosiert werden. Üblicherweise wird empfohlen, nicht mehr als 200 mg Coffein pro Tag einzunehmen. Mengen von 50 bis 200 mg Coffein (entsprechen ca. ein bis vier Tassen Kaffee) schaden dem Körper in der Regel nicht, in höheren Dosen kommt es zu Zittrigkeit und Unruhe bis hin zu Herzrhythmusstörungen.

Empfindliche Menschen können allerdings schon wesentlich früher unerwünschte Wirkungen wie Schlaflosigkeit, Ruhelosigkeit, Herzrasen und Diarrhö spüren. Bedenklich kann der Genuss von Coffein für Schwangere sein: bereits ab 600 mg pro Tag steigt die Gefahr von Fehl- und Frühgeburten. Liegen Herzrhythmusstörungen vor oder sind Leberfunktionsstörungen, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre bekannt, sollte auf den Verzehr von Guarana-Produkten verzichtet werden. Gleiches gilt bei bestehender Schilddrüsenüberfunktion. Guarana enthält keine Röstprodukte, die die Magensäureproduktion zusätzlich anregen, deshalb gilt es im Vergleich zum Kaffee als magenfreundlicher.

Kastentext: Guarana

Auch Eingeborene wissen die anregende Wirkung von Guarana zu schätzen: Mittels eines speziell zubereiteten Pulvers, das Guarana enthält, sind sie in der Lage, sich ein erfrischendes Getränk zuzubereiten. Der Guarana-Strauch, Paullinia cupana H.B.K., Sapindaceae, ist im Amazonasgebiet beheimatet; angebaut wird er in Brasilien, Costa Rica und Panama. Verwendet werden die gerösteten Samen. Die Droge enthält etwa 3,5 bis 5,8% Coffein, 0,03 bis 0,17% Theobromin und 0,02 bis 0,06% Theophyllin. Außerdem enthalten sind ca. 10% Catechingerbstoffe.

Quelle

Öko-Test 9/2002 ah

Der tägliche Kaffee zum Frühstück ist für viele Menschen eine Grundvoraussetzung, um wach zu werden. Eine vergleichbare Wirkung lässt sich mit Guarana erzielen, welches gerne als "harmloser Wachmacher" dargestellt wird. Aber auch dieses scheinbar sanfte Mittel ist nicht ohne Risiken. Öko-Test untersuchte zehn Guarana-Präparate unter anderem in Hinblick auf den Gehalt an Coffein, die Angaben der Packungsbeilage und auch auf das Preis-Leistungsverhältnis. Die Note "sehr gut" erzielten nur zwei der getesteten Präparate.

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