Arzneimittel und Therapie

Glykopeptidresistenz: Erstmalige Isolierung eines S. aureus mit Resistenz gegen

Seit dem Nachweis der Übertragbarkeit der Glykopeptidresistenz von Enterococcus faecalis auf Staphylococcus aureus in vitro bestand die Befürchtung, dass dies auch unter natürlichen Verhältnissen und mit klinischer Bedeutung geschehen könnte. Wie in der Zeitschrift Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR 2002; 51: 565 Ų 567) kürzlich berichtet wurde, gab es in einem Krankenhaus in Michigan eine Infektion mit einem Vancomycin-resistenten MRSA (Methicillin-reistenter Staphylococcus-aureus-Stamm), die den Katheterausgang eines Dialyse-Patienten mit Diabetes, diabetischem Fußsyndrom und Nephropathie betraf.

Vorausgegangen war ein Zehamputation, dann folgte die Infektion mit Sepsis, die mit Vancomycin und Rifampicin behandelt wurde. Der von der Katheterspitze und der Austrittsstelle isolierte MRSA erwies sich als resistent gegen Vancomycin. Neben dem mecA-Gen wurde das vanA-Gen nachgewiesen, das bei Glykopeptid-resistenten Enterokokken weit verbreitet ist.

Auch nach der erfolgreichen Behandlung von Sepsis und exit-site-Infektion blieb das diabetische Fuß-Ulcus infiziert: Es wurden neben den MRSA Klebsiella oxytoca und ein Glykopeptid-resistenter E. faecalis (vanA) isoliert. Es ist wahrscheinlich, dass von diesem E. faecalis aus die Übertragung des vanA-Gens erfolgte.

Es ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:

  • Berichte über das Auftreten multiresistenter Erreger aus anderen Kontinenten sind nicht nur von theoretischem Interesse, eine weltweite klonale Ausbreitung ist möglich.
  • Wie in den Ausführungen zu § 23 des Infektionsschutzgesetzes festgelegt, ist bei allen in Krankenhäusern isolierten Enterokokken- und S.-aureus-Stämmen auch die Empfindlichkeit gegen Vancomycin zu erfassen. Dazu sind Methoden der Resistenzbestimmung einzusetzen, die eine ausreichende Sensibilität und Spezifität gewährleisten.
  • Im Fall des Auftretens eines tatsächlich Vancomycin-resistenten S. aureus müssen unverzüglich und konsequent Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung eingeleitet werden: strikte Isolierpflege der betroffenen Patienten, Hygieneregime unter voller Beachtung aller Kriterien der Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene in Bezug auf MRSA, zielgerichtetes Ausschließen der weiteren Verbreitung durch Kontrolluntersuchungen bei Mitpatienten, Krankenhauspersonal und ggf. Familienangehörigen.

Literatur

Epidemiologisches Bulletin Nr. 30 des Robert-Koch-Instituts vom 26. Juli 2002. ck

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