Prisma

Donepezil: Macht fit für den Flugsimulator

Der Acetylcholinesterase-Hemmer Donepezil (Aricept®) bremst nicht nur den geistigen Verfall bei Alzheimererkrankten, er könnte auch gesunden, älteren Piloten bei der Ausübung ihres Berufes helfen, so das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlichten Studie.

Donepezil (Aricept®) wird seit Anfang 2001 als "First line"-Medikament bei Alzheimer-Erkrankung eingesetzt. Studien zufolge profitieren Alzheimerpatienten signifikant und anhaltend von einer Behandlung mit dem Arzneistoff in Bezug auf ihre kognitiven und ihre Alltagsfähigkeiten. Darüber hinaus scheint Donepezil jedoch auch bei gesunden Personen einen Benefit zu besitzen.

Im Rahmen einer Studie ließ ein Team um Jerome Yesavage von der Stanford Universität 36 Piloten mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren unter Stressbedingung am Flugsimulator trainieren. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt dabei über einen Zeitraum von einem Monat den Acetylcholinesterase-Hemmer Donepezil, der Rest bekam ein Plazebo.

Ergebnis: Verglichen mit ihren unbehandelten Kollegen schnitten die Testpiloten der Donepezil-Gruppe deutlich besser ab. Sie konnten die Angaben der Flugkontrolle leichter behalten und reagierten in Notsituationen geschickter. "Viele ältere Menschen, die nie an Alzheimer erkranken werden, leiden unter einem geistigen Abbau, der ihr Alltagsleben beeinträchtigt", erklärt Yesavage die Beweggründe für die Studie. Entsprechende Therapien seien daher auch für diese Menschen nötig.

Trotz der positiven Ergebnisse bei den Piloten, warnt er jedoch gleichzeitig davor, Donepezil nun in großem Maßstab an gesunde Erwachsene zu verabreichen. Zum einen rechtfertige die geringe Teilnehmerzahl an der Studie keine allgemeingültigen Aussagen über den Benefit von Donepezil bei Gesunden, zum anderen müsse das Nutzen-Risiko-Profil bedacht werden. Ob Donepezil in weiteren Studien für eine Indikationserweiterung in der beschriebenen Richtung untersucht werden soll, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor. ral

Quelle: Neurology 2002, Vol. 59, Nr. 1, S. 123 – 125

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.