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Pharmazie der Uni Frankfurt: Akademische Abschlussfeier

Die mittlerweile traditionelle Akademische Abschlussfeier der Pharmazie der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt für 26 Absolventen des 2. Abschnitts der Pharmazeutischen Prüfung und den Dissertanten der letzten sechs Monate fand am Freitag, den 5. Juli 2002, wieder in einem würdigen Rahmen statt.

Umrahmt von einem klassischen musikalischen Beiprogramm, dass diesmal von einer Absolventin und einem weiteren Studenten übernommen wurde, richtete der Dekan Prof. Dr. W. E. Müller zunächst seine Grußworte an die Absolventen und ihre Familien. Für viele der Angehörigen war dies das erste Zusammentreffen mit der Ausbildungsstätte ihrer Kinder. Im Folgenden gab Prof. Dr. R. Marschalek – als diesjähriger Promotor der Festveranstaltung – einen Rückblick auf das absolvierte Studium.

Hierbei wurden die Vorzüge der Frankfurter Pharmazieschule in den Vordergrund gerückt. Die Absolventen wurden für ihre vorbildliche Organisation und wissenschaftliche Umsetzung bei der Vorbereitung des Fertigarzneimittelseminars zum Thema "Osteoporose" im vergangenen Wintersemester gelobt. Für ihr weiteres Berufsleben wurden ihnen auch einige Ratschläge mit auf den Weg gegeben. Bei den aktuellen Problemen, mit denen sich Pharmazeuten heute auseinandersetzen müssen, sollten sie sich diesen Aufgaben mit Mut und ihrem Wissen stellen. Auf der Basis der medizinisch-naturwissenschaftlichen Hochschulausbildung sollte es den jungen Pharmazeuten gelingen, selbstbewusst ihre Rolle im Gesundheitssystem der Gesellschaft zu übernehmen.

Nach der feierlichen Aushändigung der Urkunden folgte der Festvortrag "Apothekergenossenschaften heute, Relikte oder Chance?", der vom Ehrenpräsident der Landesapothekerkammer Hessen, Herrn Jürgen Funke aus Wiesbaden, gehalten wurde. Er schilderte retrospektiv die Entstehungsgeschichte der ersten Apothekergenossenschaft "KreDA" (Kreditvereins Deutscher Apotheker eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftung), die aus einer finanziellen Notlage heraus zu Beginn des letzten Jahrhunderts ins Leben gerufen wurde. Nach den Wirren des ersten und zweiten Weltkrieges, wurde das Genossenschaftskonzept in Form der " Deutsche Apotheker- und Ärztebank" wieder aufgelegt. Gleichzeitig gaben Entwicklungen in einzelnen Apotheken und Genossenschaften den Startschuss für erste Versuche zur Industrialisierungen der Arzneimittelherstellung in Deutschland. Plötzlich gab es Arzneimittel mit standardisierter Qualität, mit gleicher Aufmachung und überregionaler Bekanntheit.

Beispielhaft rückte Herr Funke die Entstehungsgeschichte von Sanacorp in den Mittelpunkt. Eine der ältesten Genossenschaften, die EGWA aus dem damaligen Württemberg, hatte als Genossenschaft die Zeit des dritten Reiches mehr recht als schlecht überstanden. In den Sechzigern wurde aus der ehemaligen EGWA Genossenschaft eine vollwertige, vollsortierte Arzneimittelgrosshandlung. In den späten Siebzigern fusionierte sie mit der sanierten Nordag, und weitere 12 Jahre später mit der wieder erstarkten Wiweda. Diese Grossgenossenschaft wurde zwei Jahre später in Sanacorp umbenannt und ist auch heute noch als Arzneimittelgroßhandlung erfolgreich tätig.

Insgesamt konnte Funke die Bedeutung solcher Genossenschaftsstrukturen und deren Bedeutung für die niedergelassenen Apotheker und Apothekerinnen deutlich machen. Abgerundet wurde diese Feier mit Grußworten des Absolventen Marc Muchow. Er betonte den Leistungswillen dieses Absolventen-Jahrgangs, deren Mobilität und lobte die Frankfurter Pharmazieschule als einen Eckpfeiler für den erfolgreichen Studienabschluss.

Abschließend wurde das akademische "Gaudeamus igitur" von allen Anwesenden angestimmt. Nach der namentlichen Verlesung der zehn Promovenden des vergangenen Semesters, ließ man die akademische Feier bei einem kleinem Umtrunk und persönlichen Gesprächen gemütlich ausklingen. Diese Verabschiedung stellte einen würdigen Rahmen für die Entlassung der Pharmazie-Absolventen in ihr Berufsleben dar.