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Initiative Glaukom: Verbesserte Glaukom-Früherkennung

BONN (sw). Die Initiative Glaukom hat, unterstützt vom Deutschen Grünen Kreuz, auf einer Pressekonferenz in Bonn am 19. April die Möglichkeiten neuer hochmoderner Augendiagnostik-Centren vorgestellt.

In Deutschland gibt es ca. eine Million Erkrankte und eine Million Personen mit erhöhtem Risiko, an Glaukom zu erkranken. Glaukom ist meist mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks infolge einer Behinderung des Kammerwasserabflusses verbunden. Es gibt aber auch Normal- und Niederdruckglaukom und inzwischen ist bekannt, dass auch die Durchblutung eine Rolle spielt.

Langfristig führt der erhöhte Augeninnendruck zur Schädigung des Sehnervs, damit zur Beeinträchtigung des Sehfeldes und unbehandelt zur Erblindung. Man spürt das Glaukom nicht, wenn man etwas merkt, sind schon über 40 % des Sehnervs geschädigt, häufig an beiden Augen. Ein Glaukom kann man nicht vermeiden, aber man kann die Früherkennung ermöglichen, indem man regelmäßig zum Augenarzt geht, vor allem ab dem 40. Lebensjahr, und wenn in der Familie Glaukom bekannt ist. In den letzten Jahren haben tiefgreifende Änderungen in Diagnose und Therapie stattgefunden.

Glaukomdiagnose

Die reine Glaukomvorsorge (Messung des Augeninnendrucks und Sehnervuntersuchung) ist keine Kassenleistung. Die Glaukomdiagnostik bei Verdacht auf Glaukom wird von der Kasse bezahlt. Die klassischen Bestandteile der Diagnostik sind Augendruckmessung, Gesichtsfeldmessung und Beurteilung des Sehnervenkopfes. Diese Methoden sind seit Jahrzehnten die gleichen und, bei aller Berechtigung, mit Unsicherheiten behaftet (hohe Schwankungsmöglichkeiten des Augendrucks, Niederdruckglaukom, Gesichtsfeld erst bei starker Sehnervschädigung beeinträchtigt). Erhöhte Sicherheit bieten neue Methoden, wie sie in Augendiagnostik-Centern (ADC) angeboten werden.

Augendiagnostik-Center (ADC) erhöhen Sicherheit

Augendiagnostik-Center sind Zusammenschlüsse von engagierten Augenärztinnen und Augenärzten, die ihren Patienten Untersuchungen und Behandlungen nach dem bestmöglichen wissenschaftlichen Standard und mit gutem Service anbieten wollen. Die gemeinsame Nutzung teurer Geräte, die sich der Einzelne nicht leisten kann, ermöglicht beispielsweise eine fundierte Diagnosestellung und wesentlich frühere Erkennung des Glaukoms mittels Laser Scanning Tomography (dreidimensionale Sehnervdarstellung, Erkennung geringfügiger Veränderungen möglich), Optical Coherence Tomography (Nervenfaserschichtdickenveränderungen, Veränderungen der Netzhaut erkennbar), FDT-Gesichtsfeldmessung, Bestimmung der Hornhautdicke. Evidenzbasierte Medizin und Qualitätssicherung sind Bestandteil des Konzepts.

Die Erfahrungen der letzten Monate mit den bisherigen ADC zeigen, dass die Patienten durchaus bereit sind, für die erhöhte Sicherheit in der Diagnose und früher mögliche gezielte Therapie diese Diagnostik zu bezahlen. Die Organisation der ADC vermeidet Wartezeiten, die Patienten sehen selbst die Befunde. Eine Überweisung erfolgt durch einen der beteiligten Ärzte. Die bisher knapp 30 ADC haben zwischen 6 und 39 beteiligte Ärzte, Adressen sind zu erfahren über Grünes Kreuz, Marburg, Telefon (0 64 21) 29 30 oder Initiative Glaukom, Telefon (06 32) 98 82 83.

Therapie

Nach wie vor ist die Senkung des Augeninnendrucks die wichtigste Methode, entweder durch Hemmung der Kammerwasserneubildung oder durch Erweiterung der Abflusswege. Nachdem lange Zeit Beta-Blocker die erste Wahl waren, sind jetzt Prostaglandinanaloga (Latanoprost) First-Line-Medikamente mit hoher Wirksamkeit, Verträglichkeit und guter Compliance, da die Anwendung nur einmal pro Tag nötig ist.

Entscheidend ist die Compliance und die gewissenhafte tägliche Einträufelung der Augentropfen, ggf. auch mehrerer Präparate (mindestens fünf Minuten Zeitabstand). Darüber hinaus sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig, um den Verlauf zu beobachten und eine Verschlimmerung zu vermeiden. Wenn Tropfen den Druck nicht mehr ausreichend senken, kommen Laserbehandlung oder Operation zum Einsatz.

Initiative Glaukom unterstützt ADC

Ende 1998 wurde der Verein "Grüner Star – Glaukominformationsservice" von Betroffenen, Nichtbetroffenen und der Augenärztin Dr. v. Thun-Blaul gegründet. Ausgehend von einer Telefonaktion, die den starken Informationsbedarf widerspiegelte, erfolgten vielfältige Informationen an Krankenkassen, Bundestagsabgeordnete, Presse, Blindenverbände, Selbsthilfeorganisationen und Augenärzte sowie die Beratung von Betroffenen und deren Angehörigen.

Der Verein heißt inzwischen Initiative Glaukom und hat sich neben der reinen Information von Bevölkerung und Politik der Unterstützung der Augendiagnostik-Centren und besonderer jährlicher Untersuchungsprogramme für Glaukomkranke sowie der Gründung und Förderung von Selbsthilfegruppen verschrieben. Weitere Ziele sind die Schulung von Ärzten, Augenärzten und Patienten sowie Beiträge zur Qualitätssicherung in der Früherkennung und Behandlung von Glaukom.

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