Prisma

Zahnärzte: Berufsrisiko Quecksilber

Amalgam als Zahnfüllung steht aufgrund seiner teilweise giftigen Inhaltsstoffe schon seit langem im Verdacht, gesundheitliche Probleme verursachen zu können. Wie schottische Wissenschaftler nun berichten, ist dies nicht nur für Kariespatienten, sondern auch für den behandelnden Zahnarzt von Bedeutung.

Amalgam ist ein preiswertes und bequem zu legendes Füllmaterial, das unter anderem Quecksilber, Silber, Kupfer und Zinn enthält, also Verbindungen, die – konzentrationsabhängig – Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Erhöhte Konzentrationen von Quecksilber führen beispielsweise zu Schädigungen der Nieren und zu Hirnleistungs-störungen. Zwar sind die in den Zahnfüllungen enthaltenen Mengen hierfür zu gering, dennoch wird immer wieder über mögliche gesundheitliche Auswirkungen von Amalgam diskutiert.

In der Vergangenheit wurde bei diesen Diskussionen immer nur der Patient fokussiert. Schottische Wissenschaftler um Karen Ritchie vom Königlichen Krankenhaus in Glasgow untersuchten nun die Auswirkungen von Amalgam auf Zahnärzte. Sie verglichen den Quecksilbergehalt und die Gedächtnisleistung von 180 Zahnärzten mit den Werten von Personen, die keinen berufsbedingten Kontakt mit Amalgam haben.

Ergebnis: die Quecksilberwerte in Urin, Haaren und Nägeln waren bei den Zahnärzten deutlich erhöht – im Urin lagen sie bis zu viermal höher als bei den Vergleichspersonen. Auch berichteten die Versuchspersonen vergleichsweise häufiger über Gedächtnisstörungen und Nierenleiden. Obwohl sich alle Werte bis auf eine Ausnahme unterhalb des offiziellen Grenzwerts befanden, scheint Amalgam für Zahnärzte somit ein gewisses Berufsrisiko darzustellen. ral

Quelle: Occupational and Environmental Medicine 2002, Vol. 59, Nr. 5, S. 287 – 293

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