Prisma

Nahrungsmittel-Allergien treten seltener auf als vermutet

Viele Menschen glauben, an Nahrungsmittel-Allergien zu leiden Ų meist liegen sie damit falsch: Obwohl laut Statistik jeder Dritte davon überzeugt ist, eine Allergie gegen bestimmte Lebensmittel zu haben, lässt sich nur bei weniger als zwei Prozent der Bevölkerung tatsächlich eine solche Allergie diagnostizieren, so das Ergebnis einer Untersuchung des britischen Marktforschungsinstituts Datamonitor.

Zum Teil entsteht das Problem, wenn die Diagnose nicht von einem Allergologen, sondern vom Betroffenen selbst erstellt wird, denn viele Menschen verwechseln dabei Nahrungsmittel-Allergien mit einer Nahrungsmittel-Intoleranz. Eine echte Nahrungsmittel-Allergie ist dadurch gekennzeichnet, dass das Immunsystem auf ein konsumiertes Lebensmittel mit der Ausschüttung von Histamin reagiert. Dadurch kommt es zu den typischen allergischen Symptomen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Die hauptsächlichen Auslöser sind Erdnüsse, Milch und Meeresfrüchte. Bei einer Nahrungsmittel-Intoleranz wird dagegen keine immunologische Reaktion ausgelöst. Es können aber trotzdem allergieartige Symptome wie Asthma, Ekzeme oder Migräne auftreten.

"Mit zunehmendem Gesundheitsbewusstsein der modernen Gesellschaft steigt die Selbstdiagnose", erklärte Silvia Anton von Datamonitor gegenüber dem britischen Nachrichtensender BBC. Damit steigt jedoch auch die Gefahr von Falschdiagnosen. Die Forschung sollte sich daher künftig verstärkt um die Entwicklung genauer Diagnosetests kümmern, die auch eine "echte" Nahrungsmittel-Allergie feststellen. pte/ral

Quelle: http://news.bbc.co.uk, Meldung vom 19. März 2002

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