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Krebsdiagnostik: Reicht künftig ein Tropfen Blut?

Für die Diagnose Krebs müssen derzeit noch umfangreiche Untersuchungen, einschließlich der Entnahme von Gewebeproben durchgeführt werden. Künftig reicht möglicherweise ein Tropfen Blut, um sicher feststellen zu können, ob und in welchem Stadium ein Patient an Krebs erkrankt ist.

Wissenschaftler in Großbritannien haben einen Biochip entwickelt, der Nieren-, Prostata- und Blutkrebs frühzeitig und mit geringem Aufwand identifizieren können soll. Möglich wurde die Entwicklung des Chips durch die fortschreitenden Erkenntnisse auf dem Gebiet der Molekularbiologie von Krebszellen. So ist mittlerweile bekannt, dass bei Krebszellen verschiedene Gene überaktiv sind, während andere Gene in ihrer Funktion abgeschaltet werden. Derartige Veränderungen können mithilfe des Chips aufgespürt werden. Dazu reicht ein Tropfen Blut, der auf den Chip aufgetragen wird und - bei Vorhandensein der genetischen Veränderungen - eine Farbreaktion auslöst. Ein Prototyp für den Biochip für Nieren-, Prostata- und Blutkrebs ist bereits vorhanden und kann nun getestet werden. Die Entwickler sind zuversichtlich, künftig noch weitere Krebsarten per Chip diagnostizieren zu können. Ob es "einen Chip für alle Krebsarten" geben wird, ist aber noch offen. ral

Quelle: New Scientist, Ausgabe vom 9. März 2002

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