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Migräne: Die Ursachen finden sich in den Genen

Rund 8% aller Männer und 12% aller Frauen in Deutschland leiden an Migräne. Die Ursachen für die anfallsartig auftretenden Kopfschmerzen sind noch nicht im Detail bekannt. Wie amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "The American Journal of Human Genetics" nun berichten, besitzt die Migräne aber in jedem Fall eine genetische Komponente.

Aus Zwillingsstudien ist bereits seit langem bekannt, dass die Migräne unter anderem eine genetische Grundlage besitzt. Dank der Fortschritte der Genomaufklärung konnte diese Erkenntnis nun verifiziert und außerdem auch das verantwortliche Gen, oder zumindest eines der dafür verantwortlichen Gene, aufgeklärt werden.

Die Forscher von der Universität Kalifornien in Los Angeles untersuchten das Erbgut von 129 Patienten, die unter Migräne mit ausgeprägter Aura litten. Dabei fanden sich Übereinstimmungen in der q24. Region auf dem Chromosom 4.

Die Studiendurchführenden werten dies als Beweis dafür, dass Migräne, zumindest die mit Aura einhergehende Form, vererbbar ist. Sie hoffen, dass auf der Basis ihrer Ergebnisse prophylaktische Migräne-Arzneimittel entwickelt werden können. Derartige Arzneimittel könnten die Situation von Migräne-Patienten deutlich verbessern und sind auch aus wirtschaftlicher Sicht interessant, denn Migräne bedeutet eine massive Einschränkung der Lebensqualität: Im Durchschnitt ist ein Migränepatient pro Monat 2,8 Tage lang von der Krankheit betroffen, also pro Jahr mehr als einen ganzen Monat lang. Er kann dann seiner Arbeit und seinen Alltags- und sozialen Aktivitäten nicht oder nur eingeschränkt nachgehen. ral

Quelle: The American Journal of Human Genetics 2002, Vol. 70, Nr. 3, S. 652 – 662

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