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Stellungnahme der DPhG zur Bedeutung des Arzneimittels

Unserem Gesundheitswesen geht es augenscheinlich nicht gut Ų nicht etwa, weil die Leistungen nicht stimmen, sondern weil die angebotenen Leistungen offensichtlich nicht mehr zu bezahlen sind. Das Problem ist vielschichtig, und ähnlich vielschichtig sind die Korrekturvorschläge, die alle möglichen "Experten" als Ideallösung anbieten. Ein "heißes Jahr" kündigt sich an, nicht zuletzt, weil in diesem Jahr auch gewählt wird.

Zu Beginn dieses "heißen Jahres" hält es die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) als die wissenschaftliche Gesellschaft aller pharmazeutischen Disziplinen für geboten, daran zu erinnern, dass ein ganz großes Kapitel der Erfolgsstory des Gesundheitswesens unser umfangreicher Arzneimittelschatz geschrieben hat, der Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung steht, um Leid zu mindern und Krankheiten zu heilen. Dies mag verwundern, wenn man aufmerksam die Diskussionen der letzten Monate verfolgt hat. Hier wurde der Eindruck erweckt, als sei dieser Arzneimittelschatz der Preistreiber unseres Gesundheitswesens.

Dass dies nicht der Fall ist, bestätigen die harten Zahlen. Ganze 15 % der Kosten des Gesundheitswesens verursachen diese Arzneimittel, obwohl doch ohne sie eine Therapie praktisch nicht möglich ist. Ein Drittel dieses Betrags, nämlich ca. 5 % wenden die Krankenkassen auf, um "Gesundheit" zu verwalten. Und in absoluten Zahlen entsprechen die Ausgaben von 14 % für Arzneimittel dem Betrag, den wir Deutsche jährlich bereit sind, für Alkohol und Zigaretten auszugeben. Aus Sicht der DPhG scheint es dringend geboten, die Diskussion um das Arzneimittel wieder zu versachlichen. Das Arzneimittel ist eine besondere Ware, einer der ganz wichtigen Garanten unserer Gesundheit.

Den Eindruck zu erwecken, als seien Arzneimittel ein lästiges und nur teures Beiwerk in unserem Gesundheitswesen, ist unverantwortlich und gefährlich. Wir brauchen Arzneimittel und wir brauchen mit den Apothekerinnen und Apothekern einen Berufsstand, der auf der Basis einer wissenschaftlichen Ausbildung unter anderem auch die verantwortliche Versorgung mit diesen Arzneimitteln sicherstellt.

Arzneimittel gehören in eine Apotheke und nicht in den Supermarkt oder ins Internet. Der Patient oder Kunde hat Anspruch auf eine kompetente Beratung, und die bekommt er in aller Regel in den Apotheken. Denn es reicht nicht aus, Arzneimittel "nur" zu "verteilen". Zusätzlich bedarf es großer Anstrengungen, dafür zu sorgen, dass die Arzneimittel auch vorschriftsmäßig angewendet werden. Denn nur dann können diese Arzneimittel auch wirken. Patienten bei der therapeutischen Stange zu halten, erfordert einfach mehr als eine E-Mail-Adresse oder ein werbewirksamer "Schwellenpreis".

Am Arzneimittel zu sparen, ist der falsche Weg. Vielmehr sagen einem ein gesunder Menschenverstand und einschlägige Studien, dass kompetent eingesetzte Arzneimittel helfen, Kosten in unserem Gesundheitswesen zu sparen. Das gilt auch für die viel gescholtenen teuren, innovativen Arzneimittel. Unter anderem sind diese Medikamente auch deshalb so teuer, weil für so genannte Altarzneimittel immer niedrigere Preise verordnet werden. Vor allem aber verursachen die immens hohen Entwicklungskosten und die berechtigten Forderungen der Gesellschaft nicht nur nach Wirksamkeit sondern auch nach Unbedenklichkeit und Sicherheit die hohen Preise. Das Arzneimittel mit all seinen Facetten steht im Mittelpunkt und nicht am Rande unseres Gesundheitswesens. Daran möchten wir zu Beginn des neuen Jahres diejenigen erinnern, die im kommenden Jahr verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen haben.

Zu Beginn dieses Jahres erinnert die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) als die wissenschaftliche Gesellschaft aller pharmazeutischen Disziplinen daran, dass ein großes Kapitel der Erfolgsstory des Gesundheitswesens dem umfangreichen Arzneimittelschatz zu verdanken ist, der Ärztinnen und Ärzten zur Verfügung steht. Das Arzneimittel mit all seinen Facetten steht im Mittelpunkt und nicht am Rande unseres Gesundheitswesens, betont Prof. Dr. Theo Dingermann. Der Präsident der DPhG möchte zu Beginn des neuen Jahres alle diejenigen daran erinnern, die im kommenden Jahr verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen haben.

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