Kommentar

AK Bremen: Bundesregierung stellt sich taub

Bremen (ak/az). In einem einstündigen Gespräch, das Dr. Richard Klämbt, Präsident der Apothekerkammer Bremen, und Frau Christiane Lutter, stellvertretende Vorsitzende des Bremer Apothekervereines, mit dem Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums Dr. Klaus Theo Schröder und dem Bundestagsabgeordneten Volker Kröning am 15. August 2002 in Bremen führten, wurden folgende Ziele der Bundesregierung sichtbar:

- Die erwartete Rechtssprechung des EU-Gerichtshofes solle schon jetzt berücksichtigt werden, um Gestaltungselemente zu entwickeln, damit in Europa einheitliche Arzneimittel-Richtlinien gelten könnten. - Versandapotheken dürfen nur eröffnet werden, wenn gleichzeitig eine Präsenzapotheke anwesend sei. - Eine Drehung der Preisspannenverordnung sei nicht gewollt, da der Verbraucher unter den dann gestiegenen Arzneimittelpreisen im Selbstmedikationsbereich mehrbelastet würde. - Das Gebot des einheitlichen Abgabepreises wird in Frage gestellt und Einzelverträge mit Leistungsanbietern angedacht. Der Versandhandel führe nicht zu einer Einbuße bezüglich Qualität und Sicherheit bei Arzneimitteln.

Die Diskussion zeigte, dass sich die bei der Bundesregierung herrschenden Vorstellungen nicht von den Argumenten der Apotheker beeinflussen lassen. Auch das Argument, dass mit diesen Maßnahmen eine Kostensenkung für die Sozialversicherung nicht belegt ist, wird von Seiten der Bundesregierung nicht gehört. Das Apothekenwesen soll verändert werden, koste es was es wolle.

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