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Weltnichtrauchertag: Über 90 000 Teilnehmer bei der Aktion "Rauchfrei 2002"

Unter dem Motto "Ja zum Sport heißt Nein zum Tabak" fand am 31. Mai der alljährliche Welt-Nichtrauchertag statt. Kurz zuvor nahm die weltweite Nichtraucherkampagne "Rauchfrei 2002" in Deutschland ihr offizielles Ende. 90 458 Erwachsene und Jugendliche haben in diesem Jahr an dieser Aktion des Deutschen Krebsforschungszentrums (dkfz) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) teilgenommen. Ziel war es, Raucher zu motivieren, mindestens einem Monat lang rauchfrei zu bleiben. Die Gewinner wurden am 29. Mai in Berlin vorgestellt.

Die Direktorin der BZgA Dr. Elisabeth Pott und Dr. Martina Pötschke-Langer vom dkfz zeigten sich von der hohen Teilnehmerzahl begeistert. Sie überreichten den beiden ausgelosten Nichtrauchern und ihren Helferinnen ihre Gewinn-Schecks in Höhe von jeweils 2 500 Euro. Die frischgebackenen Nichtraucher mussten sich zuvor einem Urintest unterziehen, der bestätigte, dass sie in den vergangenen vier Wochen nicht geraucht hatten.

Die glücklichen Gewinner

Der 17-jährige Mirko Krause aus Merschwitz in Sachsen wurde jugendlicher Gewinner. Bereits mit zwölf Jahren begann er zu rauchen, seitdem versuchte er einige Male aufzuhören. Doch es viel ihm schwer, auf Zigaretten zu verzichten, wenn er mit seiner Clique am Wochenende in der Disco war. Seine 18-jährige Schwester brachte ihn auf die Idee, sich – ebenso wie sie selbst – an der "Rauchfrei 2002" Aktion zu beteiligen. Mirkos Mutter Waltraud Krause übernahm gerne die Rolle der Helferin. Den ihr zugedachten Scheck in Höhe von 2 500 Euro will sie jedoch an ihre Tochter weiterreichen, die die vier rauchfreien Wochen ebenso durchgehalten hat wie Mirko.

In der Gruppe der Erwachsenen wurde Markus Wienand, 32 Jahre, aus Bocholt in Nordrhein-Westfalen ausgelost. Er und seine Ehefrau und Helferin Bettina Wienand erwarten im kommenden Monat ein Baby – ein wahrlich guter Grund, das Rauchen aufzugeben. Ausgleich für das Nichtrauchen fand Markus Wienand vor allem im Sport.

Viele Anmeldungen übers Internet

Beide Gewinner sind sich sicher, dass sie auch über den Mai hinaus Nichtraucher bleiben. Pott und Pötschke-Langer hoffen, dass auch die übrigen Teilnehmer am rauchfreien Leben festhalten werden. Nachbefragungen bei den Teilnehmern der Nichtraucherkampagne des Jahres 2000 hatten ergeben, dass 30 Prozent der damals 25 000 Teilnehmer auch noch ein Jahr später rauchfrei waren. Dies ist für eine Massenkampagne ein gutes Ergebnis. Die hohe Anmeldequote in diesem Jahr, so Pötschke-Langer, sei u.a. darauf zurückzuführen, dass erstmalig auch das Medium Internet als Anmeldeplattform diente. Viele Internet-Dienste berichteten kostenlos von der Aktion und hielten den Link zur Anmeldung bereit. So habe etwa AOL-Deutschland vier Tage lang auf seiner Startseite für "Rauchfrei 2002" geworben – allein in diesen Tagen erfolgten 15.000 der insgesamt 47.000 Anmeldungen über das Internet.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Schirmherrin der Aktion, ist ebenfalls von der hohen Teilnehmerzahl überwältigt. Sie betonte, wie wichtig Sport als ergänzende Präventionsmaßnahme sei. Zahlen der BzgA belegten, dass 69 Prozent der Jugendlichen, die sich in Sportvereinen engagieren, Nichtraucher seien. Bei den Nichtvereinsmitgliedern sind es 58 Prozent, die rauchfrei leben.

Maßnahmen der Regierung

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marion Caspers-Merk (SPD) machte anlässlich des Welt-Nichtrauchertages deutlich, dass der Regierung insbesondere daran gelegen sei, die Quote der rauchenden Jugendlichen zu senken. Heute greifen 28 Prozent der 12 bis 17-Jährigen regelmäßig zur Zigarette – bis 2005 sollen es höchstens noch 20 Prozent sein, so Caspers-Merk. Dazu hat sich die Regierung eine Reihe von Maßnahmen ausgedacht: So soll etwa noch in diesem Sommer im neuen Jugendschutzgesetz das Abgabeverbot von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren festgeschrieben werden. Ebenso sieht das neue Gesetz vor, dass Tabakwerbung im Kino nur noch vor Filmen, die ab 16 Jahren freigegeben sind, gezeigt werden darf. Eine weitere Maßnahme ist die erneute Anhebung der Tabaksteuer zum 1. Januar 2003. Gerade jüngere Menschen, denen weniger Geld zur Verfügung steht, ließen sich auf diese Weise vom Rauchen abhalten, erklärte die Drogenbeauftragte. Darüber hinaus hat sich die Tabakindustrie gegenüber der BZgA vertraglich verpflichtet, in den kommenden fünf Jahren 11,8 Mio. Euro für Präventionsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.

Es winken noch internationale Gewinne

Übrigens: Alle übrigen Teilnehmer von "Rauchfrei 2002" können auf weitere Gewinne hoffen. Wer auch in Zukunft nicht raucht, wird nicht nur mit einer besseren Gesundheit belohnt, sondern hat auch noch die Chance auf einen europäischen Gewinn in Höhe von 2 500 Dollar oder einen internationalen Superpreis von 10 000 Dollar. 98 Länder hatten sich weltweit zur Durchführung entsprechender Kampagnen zusammengefunden.

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