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Neue Informationsschrift: Pilzgenuss ohne Reue

BERLIN (bgvv/diz). "Pilzvergiftungen" heißt die neue Informationsschrift des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV), die dazu beitragen soll, Pilzvergiftungen vorzubeugen. Beschrieben werden hierin ungiftige und giftige Pilze. Die Auswahl basiert auf den Daten der Giftinformationszentren in Deutschland und umfasst nicht alle essbaren und giftigen Pilze. In einer Pressemitteilung gibt das BgVV weitere Informationen hierzu.

Lange bevor die Pilzsaison beginnt - oft schon im Frühling - häufen sich nach Angaben des BgVV in den Giftinformationszentren die Anfragen zu Pilzvergiftungen. Das Gesundheitsrisiko durch giftige oder unverträgliche Pilze ist verhältnismäßig hoch - immer wieder werden harmlose Exemplare mit giftigen Vertretern verwechselt.

Besonders gefährdet sind Kinder und ältere Menschen, bei denen schon geringe Pilzmengen schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen können. Um solchen Vergiftungen vorzubeugen, hat das BgVV jetzt diese Informationsschrift herausgegeben.

In Anlehnung an die bgvv-Broschüre "Giftige Pflanzen im Wohnbereich und in freier Natur", von der mehr als 25.000 Exemplare verschickt wurden, enthält die Informationsschrift "Pilzvergiftungen" neben einer Beschreibung der Pilze auch farbige Abbildungen. Alle Bilder sind in der freien Natur am jeweiligen Standort der Pilze aufgenommen. In Abhängigkeit von Alter, Standort und Witterungsverhältnissen kann das Aussehen aber variieren. Die Giftpilze sind nach den Krankheitserscheinungen, die sie auslösen, geordnet. Bei den ungiftigen Pilzen sind giftige Doppelgänger beschrieben, mit denen sie verwechselt werden könnten. Die Broschüre enthält außerdem Angaben zum Nährwert, zur Giftigkeit und zum Krankheitsbild im Vergiftungsfall.

Für Pilzsammler und Verbraucher gilt: Grundsätzlich nur Pilze sammeln und zubereiten, von denen Sie sicher wissen, dass sie ungiftig sind! Die Pilze müssen frisch und ansehnlich sein! Der Verzehr roher Speisepilze als Salat kann mehr oder weniger starke Unverträglichkeitserscheinungen hervorrufen. Deshalb sollten Sie jede Pilzmahlzeit mindestens 15 Minuten garen. Pilzgerichte dürfen Sie aufwärmen, wenn Sie diese zuvor im Kühlschrank für kurze Zeit aufbewahrt haben. Besteht die geringste Unsicherheit, ob es sich um giftige oder ungiftige Pilze handelt, sollten Sie sich an einen Pilzberater wenden. Einen Überblick über die Pilzberater haben z. B. die Giftinformationszentralen. In Berlin bietet das Botanische Museum, Königin-Luise-Straße 6-8, in 14195 Berlin (Dahlem) eine Pilzberatung an (nähere Infos hierzu unter 030-838-50100).

Tritt nach einer Pilzmahlzeit Unwohlsein auf, sollte immer ein Arzt oder eine Giftinformationszentrale befragt werden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Auf keinen Fall sollte eine Therapie durch Laien erfolgen. Eilfertige und unbedachte Therapieversuche können auch bei lebensbedrohlichen Krankheitsbildern eine unnötige gesundheitliche Gefährdung darstellen. Selbst vermeintlich harmlose Maßnahmen wie das Auslösen von Erbrechen können schlimme Folgen haben, wenn z.B. Erbrochenes in die Lunge gerät. Milch kann die Aufnahme von Gift begünstigen. Deshalb grundsätzlich ärztlichen Rat einholen und Gesundheitsbeeinträchtigungen immer ärztlich behandeln lassen.

Die Broschüre "Pilzvergiftungen" kann gegen einen Unkostenbeitrag von 10,- DM schriftlich/per Fax in der Pressestelle des BgVV angefordert werden (BgVV, Thielallee 88 - 92, 14195 Berlin, Fax 01888412-4970). Eine Rechnung wird beim Versand beigefügt.

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