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Erhöhen nichtsteriodale Antirheumatika Fehlgeburtsrisiko?

Dänische Wissenschaftler kommen in einer der letzten Ausgaben der Fachzeitschrift "British Medical Journal" zu dem Schluss, dass die Einnahme von nichtsteroidalen Antirheumatika während der Schwangerschaft zu einem erhöhten Risiko für eine Fehlgeburt führt.

Hintergrund für diese Aussage war die Auswertung von zwei Studien – einer Kohortenstudie und einer Fall-Kontroll-Studie. Die Kohortenstudie umfasste 1462 Frauen, die ab einem Zeitraums von 30 Tagen vor Beginn der Schwangerschaft nichtsteroidale Antirheumatika verschrieben bekommen hatten, sowie 17259 Frauen, die keine Arzneimittel während der Schwangerschaft einnahmen. In der Fall-Kontroll-Studie wurden die Daten von 4268 Frauen ausgewertet, die eine Fehlgeburt erlitten hatten. 63 von ihnen hatten nichtsteroidale Antirheumatika eingenommen. Als Vergleich dienten 29750 Erstgebärende.

Ergebnis: Das Risiko für Missbildungen, niedriges Geburtsgewicht und eine Frühgeburt war bei den Frauen, die nichtsteroidale Antirheumatika bekommen hatten, nicht signifikant erhöht. Anders sah es jedoch bei der Rate der Fehlgeburten aus. Diese war unter Einnahme der nichtsteroidalen Antirheumatika deutlich erhöht (Odds Ratio von 6,99). Das britische Royal College der Geburtshelfer und Frauenärzte riet angesichts der Studie werdenden Müttern, vorsorglich auf nichtsteroidale Antirheumatika zu verzichten. ral

Quelle: British Medical Journal 2001, Vol. 322, Nr. 7281, S. 266-270

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