Prisma

Stammzelllager in Haarfollikeln

In Haarfollikeln wurde von einem französischen Forscherteam ein "Reservoir" für Stammzellen entdeckt. Jeder Haarfollikel beherbergt etwa 1000 bis 1500 Stammzellen.

Diese können sich zu Hautzellen und Zellen von Haarbälgen und Talgdrüsen differenzieren. Wandert die Stammzelle vom Haarfollikel aus nach unten, so bilden sie und ihre Tochterzellen wiederum einen Haarfollikel. Wandert sie dagegen nach oben, differenziert sie sich zu Zellen der Talgdrüsen aus, die am oberen Ende des Haarfollikels liegen. Wandert sie noch weiter nach oben, wird sie zum Ursprung neuer Hautzellen.

Die Forscher versprechen sich von ihrer Entdeckung neue Perspektiven für verschiedene Bereiche. In der Dermatologie könnte die Wundheilung beschleunigt und die Hautverpflanzung z. B. bei Brandopfern verbessert werden. In der Kosmetik und der plastischen Chirurgie ließen sich möglicherweise altersbedingter Haarverlust, aber auch übermäßiger Haarwuchs behandeln. Auch der Haarverlust bei Chemotherapie und Bestrahlung könnte mit dem Einsatz dieser Stammzellen der Vergangenheit angehören. Außerdem könnte die Krebsforschung mithilfe dieser Stammzellen einen Schritt weiter kommen. la

Quelle: Cell 2001, 104 (2), S. 233 - 245

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