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Arzneimittelherstellung: Rezeptur in der Apotheke

Am 29./30. November fand in Oporto die "2nd International Conference on Pharmaceutical Technology" statt, auf der unter dem Thema "Compounded Medicines - a Need of the Therapy" Fragen der Herstellung von Arzneimitteln in Apotheken behandelt wurden.

Portugiesisches Rezepturformularium

Auf der Tagung wurde das neue "Formulario Galenico Portugues" vorgestellt, das auf der Grundlage einer Übersicht über die europäischen Rezepturformularien neu konzipiert wurde und modernen Ansprüchen genügt. Bei der Auswahl der Präparate wurden besonders die Bedürfnisse der Dermatologie und der Pädiatrie berücksichtigt. Das Formularium wurde am "Centro Tecnologico do Medicamento" (Cetmed) unter Leitung von Prof. Carlos Mauricio Barbosa im Auftrag der "Associacion Nacional das Farmacias" bearbeitet, wobei das deutsche NRF in mancher Beziehung als Vorbild diente.

USA: Die Rezeptur nimmt wieder zu

Einen Überblick über neue Entwicklungen bei der Eigenherstellung gab Prof. Lloyd Allen von der University of Oklahoma, der Herausgeber des "International Journal of Pharmaceutical Compounding". Er sah neue Chancen für die Rezeptur in den Vereinigten Staaten, weil viele weniger profitable Fertigarzneimittel nach Firmenzusammenschlüssen vom Markt genommen wurden. Hier ist bei seltener benötigten Dosierungsstufen, Zubereitungen mit kurzer Laufzeit und individuellen Wirkstoffkombinationen eine Marktlücke entstanden, die von Apotheken gefüllt werden kann, was auch wirtschaftlich interessant ist.

Bemerkenswert ist die Fantasie, mit der amerikanische Kollegen auf die speziellen Bedürfnisse und Wünsche von Patienten eingehen, z. B. bei der Auswahl von Geschmackskorrigenzien für flüssige Zubereitungen oder bei Darreichungsformen wie "Medicated Ice Cream" mit Miconazol zur Behandlung von Mundsoor bei Kindern.

Eine rezepturgerechte Alternative zu den in Europa als einzeldosierte orale Arzneizubereitungen üblichen Hartgelatine-Steckkapseln sind Tabletten mit hoher Auflösungsgeschwindigkeit, die in der Blisterfolie durch Sinterung im Trockenschrank auf der Grundlage von Macrogol hergestellt werden. Die Rezeptur bezeichnete Prof. Allen als die praktische Komponente der patientenorientierte Pharmazie.

Aus deutscher Perspektive diskutierte Prof. Dr. Richard Süverkrüp aus Bonn Entwicklung und Bedeutung des NRF sowie Probleme der Qualitätssicherung bei der Eigenherstellung im Zusammenhang mit pharmazeutischen Qualitätsmanagementsystemen am Beispiel des Qualitätsleitfadens der Apothekerkammer Rheinland-Pfalz.

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