Arzneimittel und Therapie

Mykosen: Kombinationstherapie mit Amorolfin bei Nagelmykosen

Kombinationstherapien mit topischem Amorolfin (Loceryl Nagellack) und systemischem Itraconazol haben bei schweren Onychomykosen eine um bis zu 25 Prozent höhere Heilungsrate als eine systemische Monotherapie. Das belegt eine aktuelle Multicenter-Studie. Die besten Ergebnisse mit einer Erfolgsquote von 94 Prozent hatte die Kombination einer über sechs Monate andauernden topischen Behandlung mit 5-prozentigem Amorolfin-Nagellack, die in den ersten 12 Wochen durch die Gabe von systemischem Itraconazol ergänzt wurde, wie die Galderma Laboratoium GmbH mitteilte.

Die 131 Teilnehmer der Studie wurden randomisiert in drei Gruppen eingeteilt: Die erste und zweite Gruppe wurde jeweils über einen Zeitraum von sechs Monaten einmal wöchentlich topisch mit Amorolfin-haltigem Nagellack und in den ersten sechs bzw. zwölf Wochen mit systemischem Itraconazol behandelt. Die dritte Gruppe diente der Kontrolle: Ihre Teilnehmer wurden zwölf Wochen lang ausschließlich systemisch mit Itraconazol therapiert. Bei allen Studienteilnehmern, die im Schnitt 49 Jahre alt waren, lag ein Befall der Nagelmatrix, ein mindestens 80-prozentiger Befall der Nagelplatte oder beides zugleich vor.

Amorolfin in Kombination mit Itraconazol

Bereits nach drei Monaten zeigten sich bei den Kombinationstherapien aus topischem Amorolfin und systemischem Itraconazol deutlich bessere Resultate als bei der systemischen Monotherapie. Nach einer sechsmonatigen Anwendung von Amorolfin-haltigem Nagellack bei ergänzender zwölfwöchiger Gabe von Itraconazol lag die Heilungsrate mit 94 Prozent um 25 Prozent höher als bei einer zwölfwöchigen systemischen Behandlung mit Itraconazol. Wurde der systemische Wirkstoff nur über den kürzeren Zeitraum von sechs Wochen gegeben, betrug die Heilungsrate 80 Prozent. Bei den über 12 Wochen systemisch therapierten Patienten waren nach Ablauf des sechsmonatigen Beobachtungszeitraumes 69 Prozent der Onychomykosen ausgeheilt.

Einmalige, intensive Kombinationstherapie kostengünstiger

Ein Vergleich der Behandlungskosten zeigt, dass gemessen an der Heilungsrate der Patienten eine Kombinationstherapie mit sechsmonatigem, topischen Amorolfin mit ergänzendem zwölfwöchigen Itraconazol nicht günstiger ist als eine zwölfwöchige systemische Monotherapie. Bei einer nur sechswöchigen ergänzenden Gabe von Itraconazol ist die Kombinationstherapie indes mit geringeren Behandlungskosten verbunden, als die systemische Monotherapie. Die Ergebnisse der Kombinationstherapien müssen bei einem Vergleich der Behandlungskosten berücksichtigt werden. Denn bei jeder nicht ausgeheilten Onychomykose ist über kurz oder lang die Behandlung wieder aufzunehmen. Und das bedeutet zusätzliche Kosten, die bei einer einmaligen, dafür aber intensiven Kombinationstherapie nicht anfallen würden.

Hemmung der Ergosterolbiosynthese

Amorolfin ist derzeit das einzige medizinisch als Antimykotikum genutzte Morpholinderivat. Es zeichnet sich durch eine große Lipophilie aus und wird in Form eines Nagellackes (5%) und einer Creme (0,25%) angeboten. Die Substanz greift hemmend in die Ergosterolbiosynthese durch eine Blockade der Delta-14-Reduktase und der Delta-7-Delta-8-Isomerase ein. Es kommt zu einem Einbau falscher Sterole in die Zellmembran der Pilze, wodurch insbesondere die Funktion membranständiger Enzyme beeinträchtigt wird. Amorolfin wirkt fungizid gegen Cryptococcus neoformans, Histoplasma capsulatum, Wangiella dermatitidis, Trichophyton mentagrophytes und viele Stämme von Candida albicans. Gegen viele andere Dermatophyten, Hefen und dimorphe Pilze wirkt Amorolfin fungistatisch.

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