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LAV Baden-Württemberg: Tierarzneimittel nur noch über Apotheken

STUTTGART (lav/diz). Der verkehrte Vertriebsweg für Tierarzneimittel hat nach Auffassung des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV) Mitschuld am Schweinemastskandal. Der LAV fordert daher: Abgabe von Tierarzneimitteln in Zukunft nur noch über die Apotheke.

Illegale Verkäufe von Arzneimitteln an Schweinemäster könnten verhindert oder zumindest erschwert werden. Notwendig dazu sei eine Änderung des Arzneimittelrechtes, das derzeit Tierärzten das so genannte Dispensierrecht zugestehe. Es erlaubt dem Tierarzt bekanntlich, verschreibungspflichtige Arzneimittel direkt und unter Umgehung der Apotheke zu beziehen und dem Kunden zu verkaufen.

Für Tierarzneimittel sollte nach Ansicht des LAV das Gleiche gelten, was im Bereich der Humanmedizin selbstverständlich ist, nämlich die Verordnung eines Arzneimittels auf Rezept durch einen Arzt, wobei die Verordnung dann durch den Patienten in der Apotheke eingelöst wird. "Durch dieses Verfahren steht das gesamte System unter einer guten Kontrolle", meint Fritz Becker, Präsident des Verbandes. Denn: Der Arzt erhält sein Honorar für die ärztliche Leistung, nicht aber für den Verkauf von Arzneimitteln. Im Falle der Tierarzneimittel kommen aber ärztliche Leistung und Arzneimittel aus einer Hand - die Legalität der Arzneimittelabgabe wird nicht kontrolliert. Welche Auswirkungen dies im Einzelfall haben könne, zeige der derzeitige Skandal deutlich.

"Bei Bestellungen, die über das gewöhnliche Maß hinausgehen, wird ein Apotheker immer hellhörig werden und die Ursachen genau erfragen. Ein solches Sicherheitssystem hat hier total gefehlt," erklärt Becker.

Der Verbandspräsident sieht sich durch den derzeitigen Skandal auch in seiner generellen Ablehnung des Versandhandels von Arzneimitteln bestärkt. "Wer heute fordert, dass Arzneimittel in Deutschland wahllos versendet werden dürfen, nimmt so etwas wie den Schweinemastskandal bewusst in Kauf und leistet einer solchen Willkür Vorschub." Es sei ihm völlig unverständlich, so Becker weiter, wie Funktionäre von großen deutschen Krankenkassen auf diese Weise das Vertrauen Ihrer Versicherten missbrauchen. "Unser System funktioniert - wer daran herumschraubt, spielt mit unserer Gesundheit Russisch Roulette!"

Der verkehrte Vertriebsweg für Tierarzneimittel hat nach Auffassung des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV) Mitschuld am Schweinemastskandal. Der LAV fordert daher: Abgabe von Tierarzneimitteln in Zukunft nur noch über die Apotheke. Illegale Verkäufe von Arzneimitteln an Schweinemäster könnten verhindert oder zumindest erschwert werden. Notwendig dazu sei eine Änderung des Arzneimittelrechtes, das derzeit Tierärzten das Dispensierrecht zugesteht. Für Tierarzneimittel sollte nach Ansicht des LAV das Gleiche gelten, was im Bereich der Humanmedizin selbstverständlich ist.

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