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Infizierte Wunden: Intelligentes Verbandsmaterial bekennt Farbe

Verletzungen sind schmerzhaft und sehen schlimm aus. Versorgt und unter Mullbinden versteckt, verlieren sie jedoch schnell an Bedeutung. Dies bietet Bakterien die Gelegenheit, sich unbemerkt auszubreiten. Infektionen unter dem Verband werden meist erst spät entdeckt. Mithilfe von "intelligentem" Verbandsmaterial soll sich dies künftig ändern.

Wissenschaftler von der Universität Rochester haben einen Verband entwickelt, der infizierte Wunden dank einer Farbreaktion frühzeitig "sichtbar" machen soll. Wie sie in der Fachzeitschrift "Journal of the American Chemical Society" schreiben, ist der Verband mit einer Siliziumschicht versehen, die bei Anwesenheit von Bakterien ihre Farbe ändert. Die zugrunde liegende Beschichtungsmethode wurde der bei Computerchips üblichen Technik abgeschaut.

Die Übertragung der Methode von den Computerchips auf Verbandsmaterial ist nach Aussage der Entwickler problemlos gelungen. Um die beschichteten Verbände auch tatsächlich in den Handel bringen zu können, muss sie jedoch noch ein wenig modifiziert werden. In den bislang durchgeführten Versuchen verfärbten sich die Verbände zwar, sobald sie mit Bakterien in Berührung kamen, allerdings war die Farbreaktion so dezent, dass sie für das bloße Auge kaum sichtbar war.

Die Entwickler sind jedoch zuversichtlich, dass sie dieses Problem in den Griff bekommen können. Sie beabsichtigen, ihre Beschichtungstechnik in großem Umfang einzusetzen und zudem auch noch zu verfeinern. So soll es künftig für verschiedene Bakterien unterschiedliche Farbreaktionen geben, also z. B. rot für Salmonellen, blau für Listerien und grün für E-Coli-Kontamination. ral

Quelle: Journal of the American Chemical Society 2001, Vol. 123, Nr. 44

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