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Umfrage: Qualität der PTA-Ausbildung im Durchschnitt "befriedigend"

Die Umsetzung der neuen Ausbildungs- und Prüfungsordnung für PTA - und insbesondere die Einführung des Prüfungsfachs "Apothekenpraxis" - war der Anlass für eine bundesweite Umfrage zur Ausbildungsqualität. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Fachgruppe PTA im Bundesverband der Angestellten in Apotheken (BVA) und vom Bundesverband der pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta). Befragt wurden zum einen die Lehrkräfte an 22 PTA-Schulen, zum anderen etwa 200 frisch examinierte PTA.

Aus den Ergebnissen lässt sich ablesen: Die Abstimmung der Ausbildungsinhalte zwischen Schulen und Apotheken kann und sollte verbessert werden. Dies betrifft zum Beispiel das Fach Apothekenpraxis, aber auch die EDV und andere theoretische Grundlagen. Daneben gibt es aber auch Kritikpunkte, die sich speziell auf das Praktikum in der Apotheke beziehen. Die BVA-Fachgruppe PTA schlägt deshalb vor, den Apotheken einen Leitfaden für die PraktikantInnen-Ausbildung an die Hand zu geben. Dieser könnte zum Beispiel gemeinsam von den Schulen und Kammern erarbeitet werden.

Hier nun die wichtigsten Umfrageergebnisse:

PTA-Praktikum: Verbesserungsbedarf

Die meisten PTA-SchülerInnen absolvieren ihr Praktikum in einer öffentlichen Apotheke. Leider erhielten rund ein Viertel der Befragten dort keinen schriftlichen Ausbildungsvertrag. Ein Mangel, denn Verträge sorgen für klare Regelungen und damit für Sicherheit auf beiden Seiten.

Überwiegend positiv beurteilten die PraktikantInnen die Aufnahme durch das Apothekenteam. Gut 20 Prozent gaben allerdings an, keinen konkreten Ansprechpartner gehabt zu haben.

Während die Ausbildung im Handverkauf und die Ausbildung in der Rezeptur von rund 71 bzw. 83 Prozent der PraktikantInnen als "sehr gut" bis "gut" bewertet wurden und nur von 3 bzw. 2 Prozent als "mangelhaft", scheint die Laborausbildung das Stiefkind im PTA-Praktikum zu sein: Nur gut die Hälfte der PraktikantInnen bescheinigten ihrer Apotheke eine "sehr gute" bis "gute" Ausbildung. Dagegen ist hier der Anteil von 13 Prozent mit Note "mangelhaft" erschreckend hoch. Diese für die Arzneimittelsicherheit wichtige Aufgabe sollte nicht vernachlässigt werden.

Ein Alarmsignal sollte auch sein, dass rund 22 Prozent der Befragten angaben, mindestens die Hälfte der Praktikumszeit mit nicht ausbildungsfördernden Tätigkeiten beschäftigt gewesen zu sein.

40 Prozent in ihrer Berufswahl nicht voll bestätigt

Alles in allem fühlten sich 60 Prozent der angehenden PTA durch das Praktikum in ihrer Berufswahl bestärkt. Immerhin 33 Prozent fühlten sich nicht uneingeschränkt bestätigt und 7 Prozent wurden eher abgeschreckt.

In eine ähnliche Richtung geht auch die Bewertung der PTA-Lehrkräfte hinsichtlich der Ausbildung in öffentlichen Apotheken: Im Schnitt erhielt die praktische Ausbildung die Gesamtnote "befriedigend".

Fazit: Die Apothekenteams können noch einiges tun, um die Ausbildungsqualität zu heben. "Vor allem die Apothekenleiter, aber auch die Teams insgesamt tragen Verantwortung für die Qualifizierung und berufliche Motivation der angehenden PTA", so die BVA-Vorsitzende Monika Oppenkowski. "Wenn sich nur 60 Prozent der PraktikantInnen in ihrer Berufswahl voll bestätigt fühlen, darf man sich über einen Arbeitskräftemangel nicht wundern."

Apothekenleiter haben es also ein Stück weit selbst in der Hand, wie das Angebot an PTA in Zukunft aussieht - von der Bezahlung einmal ganz abgesehen.

Prüfungsfach Apothekenpraxis: Gute Ausgangsbasis

In den meisten PTA-Schulen wird "Apothekenpraxis" als spezielles Fach unterrichtet. Einige Schulen bieten darüber hinaus Arbeitsgruppen zur Prüfungsvorbereitung bzw. Schulungen oder sogar beides an. Ob die theoretischen Grundlagen während des Praktikums vertieft werden, bewerteten die PTA-Schulen mit der Durchschnittsnote 2,6.

Die Prüfung im Fach Apothekenpraxis erfolgt nach Ende des Praktikums. Auf die Frage, wie sie sich darauf vorbereitet fühlten, gaben die angehenden PTA folgende Bewertungen ab:

  • 15 Prozent "sehr gut",
  • 31 Prozent "gut",
  • 36 Prozent "befriedigend",
  • 13 Prozent "ausreichend" und
  • 5 Prozent "mangelhaft".

"Bedenkt man, dass es die erste Prüfung im Fach Apothekenpraxis war, ist das eine durchaus gute Ausgangsbasis!", so das Fazit von Ingrid Heberle von der BVA-Fachgruppe PTA. "Eine enge Abstimmung zwischen den Ausbildungsstätten ist enorm wichtig."

Wer sich für Details der Umfrage interessiert, findet die Ergebnisse im Internet unter www.BVA-online.de.

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