Arzneimittel und Therapie

Multiple Sklerose: Glatirameracetat zur Reduktion der Schubfrequenz zugelassen

Der Zulassung von Glatirameracetat (Copaxone®) zur Verringerung der Schubfrequenz bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS) hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Deutschland am 17. September 2001 zugestimmt. Dies teilten die Unternehmen Teva Pharma und Aventis Pharma mit, die das Medikament in Deutschland gemeinsam vermarkten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens in der Europäischen Union wird Copaxone in Deutschland, dem Land mit den meisten MS-Patienten in Europa, im 4. Quartal 2001 eingeführt. Für die First-line-Therapie bietet Glatirameracetat MS-Patienten eine neue Behandlungsoption. Das immunmodulatorische Arzneimittel einer neuen Klasse hat sich in kontrollierten klinischen Studien als wirksam und gut verträglich erwiesen.

In groß angelegten klinischen Studien hat Glatirameracetat einen deutlichen Rückgang der Schubfrequenz und einen signifikanten Effekt auf die mittels Magnetresonanztomographie gemessene Krankheitsaktivität und -belastung gezeigt. Die anhaltende Wirksamkeit des Medikaments wurde über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren belegt. In präklinischen und klinischen Studien ergab sich kein Hinweis auf die Entwicklung neutralisierender Antikörper. Darüber hinaus ist Glatirameracetat das einzige immunmodulatorisch wirksame Medikament der ersten Wahl für Patienten, die auf Beta-Interferone nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.

In 22 Ländern auf dem Markt

Glatirameracetat wurde 1996 in den USA zugelassen und später in 22 weiteren Ländern, darunter Kanada, Israel, Australien, Großbritannien und der Schweiz. In der europäischen Union war Großbritannien mit der im August 2000 erteilten Zulassung Referenzland für das gegenseitige Anerkennungsverfahren.

Zu wenig Patienten werden behandelt

In Europa werden bereits mehr als 4000 Patienten seit mehreren Jahren mit Glatirameracetat behandelt. Schätzungsweise leiden in Europa mindestens 150 000 Patienten am schubförmigen Verlauf der MS. Obwohl die Anzahl der MS-Patienten mit den USA vergleichbar ist, ist die unbehandelte MS-Population in Europa etwa doppelt so groß.

Die Pharmacia GmbH in Erlangen teilt mit, dass sie die Zulassung für ihr neues Antibiotikum Linezolid (Zyvoxid) erhalten hat. Bei Linezolid handelt es sich um den ersten Vertreter der Oxazolidinone, einer neuen Klasse von Antibiotika.

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