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Süßstoffe: Doch keine Dickmacher?

Mit Süßstoff gesüßte Lightgetränke sind nicht wie in der Vergangenheit mehrfach behauptet Dickmacher, sondern tragen im Gegenteil zur Gewichtskontrolle bei. Das ist zumindest das Ergebnis einer in der Fachzeitschrift "Lancet" veröffentlichten Studie.

Über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren beobachteten Wissenschaftler von der Harvard School of Public Health das Ess- und Trinkverhalten von 548 Schülern, um mögliche Ursachen für die bedrohlich wachsende Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher in den USA herauszufinden. Dabei stellten sie eine Beziehung zwischen dem Konsum von gesüßten Getränken und der Gewichtsentwicklung der Jugendlichen fest.

Diejenigen Kinder, die regelmäßig mit Zucker gesüßte Getränke zu sich nahmen, neigten deutlich häufiger zu Übergewicht als diejenigen, die mit Süßstoff gesüßte Getränke konsumierten. Die Kalorien, die mit den Getränken aufgenommen wurden, hatten nämlich in beiden Fällen keinen Einfluss auf das Verhalten bei den Mahlzeiten. Weder sparten diejenigen Studienteilnehmer, die mit Zucker gesüßte Getränke zu sich genommen hatten, beim Essen, noch kompensierten diejenigen, die über die Getränke keine oder nur wenig Energie aufgenommen hatten, durch vermehrte Speisezufuhr.

Zucker in Getränken hat keine sättigende Wirkung

Die Wissenschaftler schließen daraus zum einen, dass zwar nicht der Zucker an sich dick macht, aber die Zucker-bedingte insgesamt zu hohe Energieaufnahme, da dieser in Getränken offensichtlich nicht sättigt. Umgekehrt ist kalorienfreier Süßstoff in Getränken offenbar kein Appetitmacher, sonst hätten die entsprechenden Konsumenten in der Untersuchung die eingesparten Kalorien beim Essen ja wieder wett gemacht.

"Mit jedem Glas gezuckerter Getränke, das Kinder pro Tag trinken, steigt ihr Risiko, dick zu werden, um den Faktor 1,6. Im Gegensatz dazu kann der Genuss von Getränken, die mit Süßstoff gesüßt sind, nicht mit der Entwicklung von Übergewicht in Verbindung gebracht werden", ist die Schlussfolgerung der Harvard-Wissenschaftler.

Quelle: www.fitundattrativ.de; The Lancet 2001, Vol. 357, Nr. 9255, S. 505

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